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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Demostlienische  Studien.  II.

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und  endgültig  abgestimmt  werde;  dazu  bedurfte  es  der  Vorfrage, ­
  deren  Formular  uns  also  in  dem  ersten  Decret  erhalten ­
  ist,  wornach  jedem  Athener,  auch  wenn  er  nicht  JBuleut
war,  der  Weg  zur  Antragstellung  eröffnet  wurde.  So  finden
wir  nun  auch  nicht  den  Rathsmann  Antidotos  als  Antragsteller
des  Volksbeschlusses,  sondern  Lykurgos,  der  nach  dem  Bios
xai  icep't  tspwv  icoXXdx.i?  euts,  dessen  informatorische  Thätigkeit
auf  dem  Gebiete  der  lepa  Stor/.r,ci?  U.  Köhler  im  Hermes  I  320
schildert.  Und  endlich  ist  es  klar,  weshalb  die  Stele  das
Raths-  und  Volksdecret  enthalten  musste;  denn  beide  zusammen
bezeugen  erst  völlig  die  auf  verfassungsmässigem  Wege  erwirkte ­
  Genehmigung  des  Gesuches.  Beide  aber  waren  den
Petenten  zugestellt  worden,  das  erste  als  Legitimation  für  das
Erscheinen  in  der  Ekklesie,  das  andere  als  definitive  Erledigung
des  Gesuches.
Nachdem  durch  dieses  inschriftliche  Zeugniss  nicht  bloss
der  Begriff  der  Procheirotonie,  sondern  auch  das  dieselbe  einleitende ­
  Probuleuma  wünsehenswerthe  Bestätigung  und  Aufklärung
gefunden  und  das  Zeugniss  des  Aesehines  an  Zuverlässigkeit
nicht  wenig  gewonnen  hat,  wäre  es  von  nicht  geringer  Bedeutung
in  den  staatsrechtlichen  terminus  lepa  -/.cd  oa:a  den  richtigen
Einblick  zu  gewinnen  und  den  Kreis  der  darunter  begriffenen
Verhandlungsgegenstände  genauer  zu  bestimmen.  Leider  ist
nun  die  wichtige  Stelle  nicht  einmal  ganz  heil  überliefert,
indem  alle  Handschriften  itepi  lepwv  xwv  xaxpiwv  xai  zyjpu^t  xai
xpeußeiai?  xai  oui'uv  lesen.  Doch  schon  Pollux  VIII  95,  welcher
als  Tagesordnung  der  vierten  regelmässigen  Ekklesie  die  lepa
xai  oaia  bezeichnet  (yj  oe  xexctpxv)  xepi  lepöv  xai  ociwv),  bestimmte
Benseler  irspi  lepüv  xwv  xaxpt'wv  xai  öalwv  zu  schreiben.  Man
wird  einen  Schritt  weiter  gehen  und  xiöv  xaxpüov,  welches
vermuthlich  die  Worte  xai  beim  von  ihrem  Platze  verdrängte,
ganz  streichen  dürfen,  denn  bei  Pollux  findet  sich  der  beschränkende ­
  Zusatz  nicht,  dass  nur  die  ispa  xa  xäxpia,  also  die
xdxpiot  Quci'ai,  welche  den  durch  Psephismen  des  Volkes  und
die  jüngere  Sacralgesetzgebung  eingeführten  neuen  Festen  (exiösxoi;
  sopxai?)  sehr  nachstanden  (Böckh  Staatsh.  I 2  296),  vor
dem  Volke  zur  Verhandlung  kamen.  Wichtiger  aber  ist,
dass  in  Ispa  xai  ocia  uns  eine  feste  Formel  vorliegt,  die  den
Zutritt  eines  Epithetons  zu  keinem  der  beiden  Begriffe
            
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