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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.

523

I.
Gutachten  der  kursächsischen  geheimen  Räthe  an  den  Kurfürsten ­
  den  Frankfurter  Wahltag  betreffend.
(Original  dd.  Dresden  i./li.  Juni  1619,  Fol.  80.)
(Die  hier  mitgetheilten  Aktenstücke  sind  —  soweit  keine  andere  Bezeichnung  angegeben
wird  —  aus  dem  Fascikel  Loc.  N.  10677.  I.  Buch.)
Durchleuchtigster,  hochgeborener  Churfürst!
Euer  Churf.  GL  seind  unsere  unterthänigste,  pflichtschuldige, ­
  gehorsame  und  ganz  willige  Dienste  mit  treuem  Fleiß
zuvor.
Gnedigster  Herr!
Eil.  Churf.  Gr.  erinnern  sich  sonder  Zweifel  noch  gnedigst,
welcher  Gestalt  uf  erfolgten  tödtlichen  Abgang  der  Weiland  Röm.
Kaiser!  Mtt.  Herrn  Matthiae,  Erzherzogen  zu  Oesterreich  etc.
sie  zur  Erwählung  eines  andern  Haupts  im  Römischen  Reich  von
dem  Herrn  Churfürsten  zu  Mainz  dergestalt  nacher  Frankfurt
erfordert,  daß  sie  entweder  auf  den  10.  Monatstag  July  altes
Calenders  zu  diesem  Ende  daselbst  persönlich  einkommen  und
was  sich  gebührt  verrichten,  oder  hierzu  dero  Abgesandten
mit  gnuegsamer  Vollmacht  der  güldenen  Bull  genieß  abordnen
wollten,  auch  was  wegen  der  persönlichen  Erscheinung  sowohl
der  Herr  Churfürst  zu  Mainz  und  die  zu  Hungern  und  Böhmen
Kön.  W.  als  auch  die  drei  geistlichen  Herrn  Churfürsten  ingesambt
  bei  Eu.  Churf.  G.  ferners  gesucht  und  daß  dieselbe
gegen  höchsterwähnten  Herrn  Churfürsten  zu  Mainz  sich  liierinnen
  nach  Erforderung  angeregter  güldenen  Bull,  dafern  es
nur  die  jetzigen  gefährlichen  Leuffte  zulaßen  würden,  zu  erzeigen, ­
  gegen  Ihrer  König!  W.  aber  was  sie  diesfalls  zu  thuen
gemeinet  nach  vorangehenden  Wahltag  dieselbe  zu  verstenfligen
  sich  freundlich  erklärt,  wie  auch  wasmassen  sie  die
Churfürstliche  Brandenburgische  Räthe  auf  ihr  Ansuchen,  ob
            
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