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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Zur  Kaiserwahl  1619.

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geehrte  Vorfahren  eben  der  Ursachen  dergleichen  actibus  stetigs
in  der  Person  beigewohnet,  ist  auch  von  Kaiser  Caroli  V.  Zeit
an  außer  Churfürst  Johanns  zu  Sachsen  bei  der  Wahl  Kaisers
Ferdinand  zu  Cölln  Ao.  1530  kein  Exempel  verbanden,  da
ein  Churfürst  zu  Sachsen  einen  Wahltag  nicht  besucht,  wiewohl ­
  auch  höchstermelter  Churfürst  Johann  damals  Sr.  Churf.
G.  altern  Sohn,  Herzog  Johann  Friedrichen  zu  Sachsen,  auf
welchen  die  Chur  nach  seinem  Absterben  gestanden  und  kommen,
an  .  seine  Statt  darzu  ablegirt.  4.  Daß  da  je  ein  Churfürst
nicht  erscheinen  könnte,  die  güldene  Bulla  ein  solches  impedimentum
  erfordert,  welches  urgens,  am  Tage  und  also  beschaffen,
daraus  zu  sehen,  daß  es  legitimum  und  keiner  weitern  Deduction
  bedürfe.
Ob  nun  wohl  dieses,  wie  gedacht,  gar  wichtige  Ursachen
sein,  welche  Eu.  Churf.  Gr.  persönliche  Gegenwart  auf  angesetzten ­
  Wahltag  in  alle  Wege  erfordern,  so  ist  doch  derselben
hingegen  nicht  unbewußt,  in  was  gefährlichen  Zustand  die
böhmische  Unruhe  nunmehr  gerathen,  auch  daß  dieselbe  seit
der  von  dem  Herrn  Churfürsten  zu  Mainz  beschehenen  Denunciation
  des  Wahltags  halben  durch  die  starke  Verfaßungen
und  Gegen-Verfaßungen  je  lenger  je  mehr  zugenommen,  Eu.
Churf.  G.  Lande  auch  aller  Ort  damit  dermaßen  umbgebeu,
daß  wir  nicht  sehen  können,  wie  deren  zu  rathen,  rebus  sic
stantibus  und  bei  solcher  Beschaffenheit  davon  also  zu  verreisen, ­
  da  sie  in  kurzer  Zeit  darzu  auf  keinen  Ort  wieder  gelangen ­
  können,  achten  auch  unserstheils  dieses  vor  ein  solch
legitimum,  urgens  et  in  oculos  omnium  incurrens  impedimentum,
daß  sie  bei  allen  vernünftigen  von  persönlicher  Erscheinungleicht
  entschuldigen  und  weiterer  Ausführung,  als  das  notorium
und  weltkündig,  nicht  bedürfen  wird.  Und  ob  zwar  die  geistlichen ­
  Churfürsten  in  denen  Gedanken  stehen,  daß  die  böhmische ­
  Unruhe  diesfalls  so  hoch  nicht  zu  achten  sei,  noch  Eu.
Churf.  G.  an  dero  persönlichen  Erscheinung  auf  den  Wahltag
zu  verhindern  habe,  so  hat  es  doch  Ihrer  Churf.  G.  halben
viel  eine  andere  Gelegenheit,  indem  dieselben  dem  Feuer  nicht
allein  weit  entseßen,  das  der  Orten  herauf  ziehende  Kriegsvolk ­
  die  Zeit  allbereit  bei  dero  Churfürstenthum  und  Landen
vorüber,  der  Herr  Churfürst  zu  Mainz  auch  innerhalb  wenig
Stunden,  die  andern  beide  geistliche  Herrn  Churfürsten  aber
            
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