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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Tadra.

nemlich  solcher  Wahltag'  fortgängig  sein  möchte  oder  nicht,  beantwortet. ­

Wann  dann  angeregter  Wahltag,  als  der  wie  gedacht
auf  den  10.  nechstkünftigen  Monats  July  in  der  Stadt  Frankfurt ­
  einzukommen  benennet  und  angesetzet,  nunmehr  herbeirucket, ­
  mehr  höchsterwähnter  Herr  Churfürst  zu  Mainz  auch
Eu.  Churf.  G.  seit  dessen  communicirt,  wessen  sich  die  andern
Herrn  beide  geistliche  Churfürsten,  die  zu  Hungern  und  Böhmen
Königl.  W.  sowohl  die  Churfürstlichen  Brandenburgischen
Räthe  auf  die  erfolgte  Denunciation  in  Antwort  vernehmen
laßen  und  dann  wir  der  Ursachen  vor  eine  Notturft  erachtet,
was  diesfalls  Eu.  Churf.  G.  zu  thun  und  wessen  sie  sich  zu
bezeigen,  in  Deliberation  zu  ziehen,  damit  in  einem  und  dem
anderen  obangeregten  deroselben  Erbieten  ein  satsames  Begnügen ­
  geschehen  und  an  die  unterschiedenen  Orte  gebührende
Antwort  erfolgen  könnte:  als  haben  wir  solches  heut  dato  zu
Werck  zu  richten  nicht  unterlaßen,  auch  nach  gepflogener
Communication  befunden,  daß  darbei  nachfolgende  drei  puncta
vornehmlich  in  acht  zu  nehmen:
1.  Ob  Eu.  Churf.  G.  solchem  Wahltag  in  der  Person  beizuwohnen ­
  bei  jetzigen  Zustande  in  der  Nachbarschaft  sowohl
dem  ganzen  heiligen  Reich  zu  rathen?
2.  Oder  ob  sie  vielmehr  solchen  Tag  durch  Gesandte  besuchen ­
  laßen,  und
3.  Was  von  ihnen  daselbst  zu  verrichten  sein  sollte.
Soviel  nun,  gnedigster  Churfürst  und  Herr,  den  ersten
Punkt  dieser  unserer  gehaltenen  Consultation  betrifft,  seind
zwar  unsers  wenigen  Ermessens  große  wichtige  Ursachen  verbanden, ­
  warurnb  Eu.  Churf.  G.  dem  angesetzten  Wahltag  billig
in  der  Person  beiwohnen  sollten,  denn  1.  erfordei't  unter  andern
auch  dieses  die  goldene  Bulla  klar  und  ausgedrückt,  daß  die
Churfürsten  alle  bei  diesem  wichtigen  Werk  der  Wahl  eines
Haupts  der  Christenheit  selbst  persönlich  erscheinen  und  davon
ohne  kündbare  und  beweisliche  Ehehafft  nicht  bleiben  sollen.
2.  Ist  gleichwohl  dieses  negotium  schwer,  wichtig  und  hoch,
als  daran  dem  ganzen  heiligen  Römischen  Reich  und  dessen
Wohlstände  negst  göttlicher  Regierung  nicht  wenig  sondern  am
meisten  gelegen,  daher  es  auf  Diener  oder  Abgesandte  so  leicht
nicht  zu  geben,  inmaßen  dann  vors  3.  Eu.  Churf.  G.  hoch-
            
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