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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Brüder  Philipps  Marienlehen.

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Verwandtschaft  stehe.  Als  charakteristisch  für  die  Gothaer
führt  er  an,  dass  sie  den  echten  Text  an  einigen  Stellen  nur  in
epitomatorischer  Weise  gebe,  dies  ist  aber  auch  in  der  Wiener
Hs.  der  Fall.  Von  kleineren  Lücken  oder  Auslassungen  abgesehen, ­
  die  nur  zwei  oder  vier  Verse  umfassen,  fehlen  auch
längere  Stücke,  5048—5823,  6662—6699,  9578—6585  und  dergleichen ­
  noch  mehr.
Unsere  Wiener  Hs.  und  die  Gothaer  müssen  eine
gemeinsame  Vorlage  entweder  mittelbar  oder  immittelbar  gehabt
haben;  wie  schon  aus  den  von  H.  Rück  er  t  in  den  Lesarten
gegebenen  bervorgeht,  stimmen  beide  oft  in  Kleinigkeiten  zusammen. ­
  Auch  die  Hs.  der  königlichen  Bibliothek  zu  Stuttgart ­
  aus  dem  XIV.  Jahrhundert  gehört  nach  den  Lesarten  zu
urtheilen  zu  dieser  Recension.
5.  Zur  sogenannten  mitteldeutschen  Recension  gehören
die  der  Jenaer  Universitätsbibliothek,  die  gräflich  Schönbornische ­
  zu  Pommersfelden  und  die  der  Heidelberger
Universitätsbibliothek.  Ihre  genaue  Verwandtschaft  hat  schon
H.  Rück  er  t  gekannt  und  erörtert.  Hieher  gehört  auch  die
Wiener  13,337  s.  XV.  auf  Papier  8°  17  Blätter  mit  abgesetzten ­
  Zeilen  enthält  zwei  Fragmente  558—911  und  8416—
8847.  Dem  Schreiber  lagen,  scheint  es,  nur  diese  zwei  Stücke  vor.
Genaue  Beobachtung  hat  gelehrt,  dass  das  Format  der  Hs.
desselben  Werkes  nicht  so  ganz  gleichgültig  ist,  um  die  Verwandtschaft ­
  der  Hss.  zu  bestimmen.
Bei  dem  Marieuleben  Philipps  stellt  sich  in  dieser  Beziehung ­
  heraus,  dass  die  sogenannte  mitteldeutsche  Recension
(1.  u.  5.)  zu  je  zwei  Spalten  mit  30  +  x  Zeilen  in  4"  mit  abgesetzten
  Versen  geschrieben  ist.  Diesem  Formate  und  seiner
Eintheilung  scliliessen  sich  genau  an  die  Hss.  der  k.  k.  Hofbibliothek ­
  2709  und  Suppl.  2596  von  der  Recension,  die  streng
mlid.  Reime  und  Verse  durchzuführen  trachtet.  Dagegen  die
beiden  andern  Hss.  derselben  Recension  die  Wiener  2735  und
Kloster-  Neuburger  sind  im  F  ormat  abgewichen  und  jünger
als  die  beiden  vorigen.
Wieder  dem  ursprünglichen  Format  nahe  steht  in  ihrer
Einrichtung  die  Gothaer,  abgewichen  ist  die  jüngere
Wiener  2736.
            
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