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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Hai  dinge  r.  Dichroskopische  Loupe.

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Copal  in  geschmolzenem  klaren  Terpentinharz  aufgelöst,  wodurch
man  die  Schmelzbarkeit  nach  Belieben  stimmen  kann.  Diese  Bemerkung ­
  ist  nicht  unwichtig,  weil  man  oft  in  die  Lage  kommt,  bei  dem
so  tragbaren  Apparate  Beschädigungen  selbst  zu  verbessern.
An  einer  Seite  ist  in  einer  Blendung  eine  Lichtöffnung  L  angebracht. ­
  Durch  die  doppelte  Strahlenbrechung  erscheinen  an  der
andern  Seite  zwei  Bilder  derselben,  ein  oberes  0,  welches  den
ordinären,  und  ein  unteres  E,  welches  den  extraordinären  Strahl
enthält.  Der  Winkel  des  Hauptschnittes  des  Rhomboeders  der  Theilbarkeit
  am  Doppelspathe  ist  110°28'.  Hätten  die  Glasprismen  Winkel
von  20°28',  so  würde  der  ordinäre  Strahl  gar  nicht  die  geringste
Abweichung  zu  erleiden  haben,  vorausgesetzt,  der  Brechungs-Exponent ­
  des  Glases  wäre  gleich  dem  Exponenten  des  Do,ppelspathes  für
den  ordinären  Strahl  oder  =  L6o43.  Dies  ist  seihst  für  Flintglas
ein  sehr  hoher  Exponent,  aber  man  hat  meistens  Prismen  von  Kronglas
mit  Exponenten  wenig  über  LS.  In  der  Praxis  ist  das  ordinäre  Bild
fast  ohne  farbige  Ränder,  wenn  man  Kronglasprismen  von  20°  Winkel,
nimmt.  Das  Feld  E  des  extraordinären  Strahles  ist  zwar  ebenfalls
farblos,  aber  mit  Rändern  eingefasst,  von  welchen  der  obere  roth,
der  untere  blau  ist.
Schon  mit  diesem  Elemente  des  Apparates  erhält  man  zwei,  in
den  in  der  Figur  angegebenen  Stellungen  übereinander  liegende
Bilder  der  Lichtöffnung,  von  welchen  das  Licht  im  obcrn  ordinären
0  in  der  Richtung  beider  Bilder,  das  heisst  auch  in  der  Richtung
des  Hauptschnittes  des  Doppelspathes  polarisirt  ist,  während  die
Polarisations  -  Ebene  von  E  senkrecht  auf  der  vorhergehenden  steht.
Dichromatische  Krystalle,  vor  die  Lichtöffnung  gehalten,  erscheinen  in
jedem  der  beiden  Bilder  mit  einer  andern  Farbe;  dieser  Theil  des
Apparates  ist  also  schon  ein  wahres  Dichroskop,  von  dtypoog  und
ay.oniw  in  der  etymologischen  Bedeutung  des  Wortes.
Aber  die  Entfernung  des  Auges  in  der  gewöhnlichen  Sehweite
ist  bei  der  Untersuchung,  besonders  kleiner  Krystalle  nicht  vortheilliaft.
  Es  wird  also  an  dem  Ocular-Ende  die  Loupe  D  hinzugefügt,
deren  Brennweite,  wenn  sie  mit  dem  Theile  B  C  combinirt  ist,
gerade  vor  die  Lichtöffnung  L  reicht.  Eine  aplanatische  Loupe,  wie
die  in  der  Zeichnung,  lässt  sich  unmittelbar  an  das  Prisma  C  ankleben.
  Das  Ganze  wird  nun  in  eine  Messingröhre  eingeschoben,  um
es  vor  Beschädigung  zu  bewahren.  Die  der  Länge  nach  gehenden
            
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