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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Haidingei'.  Dieliroskopische  Honpe.

Theilungsflächen  können  noch  zur  Vermeidung  überflüssiger  Bilder,
welche  durch  innere  Spiegelung  entstehen,  rauh  gemacht,  und  durch
einen  Firnissüherzug  geschwärzt  werden.  Die  Blendung  mit  der
viereckigen  Öffnung  bildet  eine  Art  Deckel,  der  herumgedreht  werden ­
  kann,  um  jederzeit  die  zwei  Bilder  0  und  E  genau  übereinander
stellen  zu  können.  Der  ganze  Apparat  ist  nicht  grösser  und  nicht
weniger  tragbar  als  eine  gewöhnliche  Loupe.  Er  gewährt  den  Vortheil, ­
  dass  man  Krystalle  in  den  beiden  senkrecht  aufeinander
polarisirten  Bildern  —•  man  könnte  fast  sagen  —  zugleich,  wenigstens ­
  im  unmittelbaren  Gegensätze,  untersuchen  kann.  Auch  der
Preis  einer  dichroskopischen  Loupe  mit  Etui  6  fl.  C.  M.,  wie  sie  von
Herrn  Mechaniker  Ec  kling  geliefert  wird,  übersteigt  den  Preis
einer  gewöhnlichen  Loupe  nur  um  Weniges.
Die  dichroskopische  Loupe  kann  als  eines  der  vielen  Corollarien
  betrachtet  werden,  welche  aus  den  glänzenden  Forschungen
über  die  Eigenschaften  des  polarisirten  Lichtes,  seit  Malu’s  Entdeckung ­
  des  Zusammenhanges  der  Reflexions-  und  Refractions-Polarisirung
  fliessen.  Aber  man  liebt  nicht  gerade  nur  die  möglichen
Combinationen  auszubeuten,  wenn  es  gilt  neue  Forschungen  über
Naturgesetze  anzustellen.  Obwohl  daher  Arago’s  Polariskop  und
Biot’s  ganz  analoge  Vorrichtung  zur  Untersuchung  der  Farben
dünner  Blättchen,  so  wie  später  Baden  Powell’s  Objectiv-Vorrichtung
  bei  einem  Polarisations-Instrumente,  aus  Doppelspath  mit
einer  Blendung  und  einer  Glaslinse  bestehend  (Pogg.  Ann.  1843,
LIX,  640)  nahe  mit  derselben  verwandt  sind,  so  waren  es  doch
immer  mehr  die  Farbentöne  ohne  den  Körper,  was  man  beobachten
wollte,  während  es  mir  für  den  mineralogischen  Zweck  daran  lag,
die  Krystall-Individuen  selbst  als  solche,  aber  im  polarisirten  Lichte
zu  betrachten.
Die  Aufstellung  dieses  kleinen  Apparates  ist  also  eigentlich
weniger  das  Resultat  physikalischer  Forschung  gewesen,  als  es  ganz
eigentlich  in  der  Anwendung  des  längst  Errungenen  und  Festgestellten ­
  in  jener  Wissenschaft  auf  die  Mineralogie  liegt,  deren  Gegenstand ­
  ja  die  Kenntniss  der  unorganischen  Individuen  ist.  Bei  der
Untersuchung  der  Farben  derselben  im  polarisirten  Lichte  begnügte
man  sich  die  Körper  ohne  viele  Vorrichtungen  in  irgend  einem  wie
immer  erzeugten  Bündel  desselben  zu  betrachten.  So  hat  insbesondere ­
  Sir  David  Brewster  seine  höchst  wichtigen  Beobachtungen
            
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