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Haidingei'. Dieliroskopische Honpe.
Theilungsflächen können noch zur Vermeidung überflüssiger Bilder,
welche durch innere Spiegelung entstehen, rauh gemacht, und durch
einen Firnissüherzug geschwärzt werden. Die Blendung mit der
viereckigen Öffnung bildet eine Art Deckel, der herumgedreht werden
kann, um jederzeit die zwei Bilder 0 und E genau übereinander
stellen zu können. Der ganze Apparat ist nicht grösser und nicht
weniger tragbar als eine gewöhnliche Loupe. Er gewährt den Vortheil,
dass man Krystalle in den beiden senkrecht aufeinander
polarisirten Bildern —• man könnte fast sagen — zugleich, wenigstens
im unmittelbaren Gegensätze, untersuchen kann. Auch der
Preis einer dichroskopischen Loupe mit Etui 6 fl. C. M., wie sie von
Herrn Mechaniker Ec kling geliefert wird, übersteigt den Preis
einer gewöhnlichen Loupe nur um Weniges.
Die dichroskopische Loupe kann als eines der vielen Corollarien
betrachtet werden, welche aus den glänzenden Forschungen
über die Eigenschaften des polarisirten Lichtes, seit Malu’s Entdeckung
des Zusammenhanges der Reflexions- und Refractions-Polarisirung
fliessen. Aber man liebt nicht gerade nur die möglichen
Combinationen auszubeuten, wenn es gilt neue Forschungen über
Naturgesetze anzustellen. Obwohl daher Arago’s Polariskop und
Biot’s ganz analoge Vorrichtung zur Untersuchung der Farben
dünner Blättchen, so wie später Baden Powell’s Objectiv-Vorrichtung
bei einem Polarisations-Instrumente, aus Doppelspath mit
einer Blendung und einer Glaslinse bestehend (Pogg. Ann. 1843,
LIX, 640) nahe mit derselben verwandt sind, so waren es doch
immer mehr die Farbentöne ohne den Körper, was man beobachten
wollte, während es mir für den mineralogischen Zweck daran lag,
die Krystall-Individuen selbst als solche, aber im polarisirten Lichte
zu betrachten.
Die Aufstellung dieses kleinen Apparates ist also eigentlich
weniger das Resultat physikalischer Forschung gewesen, als es ganz
eigentlich in der Anwendung des längst Errungenen und Festgestellten
in jener Wissenschaft auf die Mineralogie liegt, deren Gegenstand
ja die Kenntniss der unorganischen Individuen ist. Bei der
Untersuchung der Farben derselben im polarisirten Lichte begnügte
man sich die Körper ohne viele Vorrichtungen in irgend einem wie
immer erzeugten Bündel desselben zu betrachten. So hat insbesondere
Sir David Brewster seine höchst wichtigen Beobachtungen