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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

llyrtl.  Über  die  Carotiden  des  Ai.

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Lage  des  Landes  erklärbaren  eigentümlichen  Charakter  dieser  Fauna
aufmerksam,  welche,  der  Mehrzahl  nach,  nicht  arabische  und  ägyptische
Formen,  sondern  vielmehr  syrische  und  südeuropäische  Formen  zeigt,
also  zur  Mediterran-Fauna  zu  rechnen  ist.  Von  den  206  untersuchten
Arten  gehören  nämlich  1  i>6  bekannte  diesem  Gebiete  an,  und  auch
die  übrigen  50  neuen  und  dem  Lande  eigenthümlichen  Formen  sind
zunächst  damit  verwandt.
Herr  Custos  Fenzl  knüpft  an  die  von  Herrn  Kollar  hervorgehobene ­
  Eigentümlichkeit  der  südpersischen  Fauna  einige  Bemerkungen ­
  über  den  eigentümlichen  Charakter  der  dortigen  Pflanzenwelt. ­
  Das  botanische  Hofcabinet  hat  von  Kotschy  eine  über  1000
Arten  zählende  Sammlung  von  Pflanzen  derselben  Gegend  acquirirt.
Herr  Kollar  fügt  hinzu,  dass  allerdings  über  die  Flora  Südpersiens ­
  sich  noch  ein  bestimmteres  Urteil  als  über  die  Fauna
fassen  lasse,  da  Kotschy,  welcher  als  Botaniker  reiste,  sein  Fach
vorzugsweise  berücksichtigt  hat.
Herr  He  ekel  bemerkt,  dass  die  südpersischen  Süsswasser-Fische
  grösstenteils  indische  Formen  darbieten;  mit  den  europäischen ­
  identische  kommen  da  nirgends  Yor.

Professor  Dr.  Hyrtl  legte  eine  mit  Abbildungen  ausgestattete
druckfertige  Abhandlung  über  die  Carotiden  des  Ai  (Bradipus  torquatus)
  vor.  Der  Verfasser  sprach  zuerst  über  die  durch  die  Lebensweise ­
  des  Thieres  bedingte  besondere  Organisation  desselben.  Das
Thier,  welches  auf  Bäumen  lebt,  Tage  lang  an  selben  mit  zur  Erde
gekehrtem  Rücken  hängt,  ist  daher  mit  mehr  Halswirbeln  ausgestattet, ­
  um  eine  Drehung  des  Kopfes  von  fast  180°  möglich  zu
machen;  ebenso  erfordern  die  heftigen  Bewegungen  desselben  eine
Veranstaltung  zur  Ausgleichung  der  dem  Drucke  kräftiger  Brust-  und
Halsmuskeln  auszuweichen  genötliigten  Blutmasse.  Die  Abhandlung
weiset  die  Existenz  regelmässiger,  mit  der  Zahl  der  Wirbel  übereinstimmenden ­
  Anasiomosen  zwischen  der  Carotis  und  Vertebralis,
die  Gegenwart  von  Wundernetzen  an  der  vorderen  und  hinteren
Fläche  der  Wirbelsäule,  so  wie  im  Verlaufe  der  Temporalis,
Ophthalmica,  lnfraorbitalis,  und  der  aus  der  Carotis  cerebralis,
entspringenden  Ethmoidalis  nach.
            
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