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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Description  de  1  Afrique.

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Die  Bewohner  dieses  Landes  sagen,  dass  die  Datteln,  wenn  sie
grün  gegessen  werden,  vorzüglich  aber  die  Dattelart,  welche  „Buhr”
Or  )  K enannt  wird,  dieses  verursachen;  denn  sobald  derjenige,  an
dem  sich  Aussatz  zeigt,  viel  von  den  Datteln  isst,  die  „Buhr”  heissen,
sie  kocht  und  ihren  Absud  trinkt,  so  gesundet  er.
Hier  folgt  nun  die  Beschreibung  mehrerer  Städte  der  Provinz
Africa,  deren  erste  die  Stadt  Bädsche  ist,  die  durch  ihren  Reichthum
an  Getreide  so  bekannt  ist,  dass  sie  die  Kornkammer  von  Afrika  genannt ­
  wird.  In  der  Nähe  dieser  Stadt  liegt  der  wegen  seiner  Fruchtbarkeit ­
  berühmte  Landstrich  Kil.
Bedeutende  Städte  sind  ebenfalls  die  nun  folgenden:  Tabarka,
Sebibe,  Medschäne  und  Mermähine 1 )-Nicht
  ohne  Werth  ist  das  über  die  Stadt  Tebesä  Gesagte:  „sie
enthält  viele  Ruinen  und  Alterthümer,  so  dass  nach  Kartadschenne
in  ganz  Afrika  keine  Stadt  in  dieser  Beziehung  bedeutender  ist.  In
dieser  Stadt  ist  ein  Amphitheater  von  wunderbarer.  Bauart;  es  steht
darin  ein  Tempel,  der  so  aussieht,  dass  man  glauben  möchte,  als  sei
gerade  der  letzte  Stein  daran  gelegt  worden.  Der  Bau  ist  so  fest,
dass  man  den  Zwischenraum  zwischen  den  Steinen  nicht  erkennen
kann  und  wollte  man  eine  Nadel  zwischen  zwei  Steine  hineinstecken,
so  fände  sie  keinen  Raum;  im  Innern  sind  Gewölbe  in  mehreren
Stockwerken  übereinander  gewölbt,  eben  so  auch  unter  der  Erde
Gemächer  und  viele  Gewölbe,  die  einen  grossartigen  Anblick  gewähren. ­

Man  behauptet,  dieser  Tempel  habe  zur  Beschwörung  der  Geister ­
  gedient,  denn  man  sieht  darin  noch  bis  jetzt  die  Spuren  des
Rauches.  Darin  sieht  man  die  Abbildungen  aller  Thiere  und  verschiedene ­
  Figuren,  deren  Bedeutung  unbekannt  ist.
In  der  Mitte  der  Stadt  ist  ein  grosser  Tempel  auf  mächtigen
Marmorsäulen  ruhend,  auf  dessen  äusseren  Mauern  ebenfalls  die  Gestalten ­
  aller  Thiere  mit  bewunderswerther  Kunst  ausgeführt  sind.
Man  behauptet,  es  seien  dies  Talismane,  von  welchen  man  auch
viele  in  den  Ruinen  findet.  Als  ich  die  Stadt  betrat  (erzählt  unser
Autor)  gab  mir  einer  der  Bewohner  des  Ortes  einen  Talisman  in  der
Gestalt  von  zwei  Löwen  aus  rothem  Kupfer,  die  mit  ihren  Hinter-*)

  Edrisi  schreibt  JMermädschine.
            
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