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Müller
3. Person Einz. tnda-t
Mehrz. tuda-tann
Später bilden sich nach Analogie von tudamas auch die Formen
der zweiten und dritten Person: tudatvas und tudatas.
Zuletzt entwickelten sich durch Differenzirung der Mehrheitsformen
der Dual und der Plural, bei welcher Gelegenheit auch in
der ersten Person neben -mns eine Form -vas (eine lautliche
Differenzirung der ersteren) auftritt J ).
4. Periode. Bildung des Reflexivausdruckes mittelst eines
hinter den Verbalausdruck gestellten u (Pronominalstamm der dritten
Person). Dieses Element steht ursprünglich mit dem Verbalausdruck
in keiner näheren Verbindung, schmilzt aber in der Folge mit ihm,
gleichwie das se im Latein (vgl. das Slavische und Litauische) zusammen.
5. Periode. Determinirung des Präsens mittelst eines angefügten
-i (Pronominalstamm, der auf das Nächstgelegene hinweist)
gleichzeitig mit der Determinirung des Imperfectums, des Aorists etc.
mittelst eines Vorgesetzten -a (Pronominalstamm, der auf Entferntes
hinweist). •
Dabei ist zu bemerken, dass nach Vollendung der verschiedenen
Suffixformen mehrere derselben, namentlich die consonantisch
schliessenden, den sich geltend machenden, zersetzenden Lautgesetzen
anheimfielen. So wurde aus der Form -mas frühzeitig ma,
während in mas-i das s durch das folgende i geschützt worden zu
sein scheint.
Gegen manche dieser Annahmen lassen sich wohl Einwendungen
erheben, welche durchgehends lautlicher Natur sind. Wir wollen
die zwei wichtigsten derselben etwas näher ins Auge fassen.
I. Da der Activform -masi die Medialform -madhai (altind.
-mähe, altbaktr. -maidlie oder -maide, griech. -[j.sSa) gegenüber
steht, so kann, da dh aus s sich nicht erklären lässt, in -as-, -adliunmöglich
ein Pluralzeichen stecken, sondern die Form muss, da dh
*) Vgl. Benfev. Über einige Pluralhildungen des indogermanischen Verbums. S. 5 ff-(Abhandlungen
d. k. Gesellschaft d. Wissenschaften in Göttingen. Bd. XIII.)