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Herrn Professors Halm, und der Wichtigkeit seines Unternehmens
dieses Ansuchen bei der Gesammt-Akademie auf das nachdrücklichste
zu unterstützen.
Das correspondirende Mitglied Herr Franz Toldy, Präfect
der k. Universitäts-Bibliothek zu Pesth und Secretärder k. ungerischen
Akademie, liest folgenden Aufsatz :
Culturzustande der Ungern vor der Annahme de s
Christenthums.
§. 1. Das Volk, dessen Culturzustände in seiner Urzeit den
Gegenstand dieses Vortrages bilden sollen, war in der ältesten
Zeit unter dem Sammelnamen der Scythen verborgen. Ein
undurchdringliches Dunkel umhüllt seine Wiege ; Ursprung und
erste Heimath haben viele Gelehrte beschäftigt, ohne auf rein
historischem Wege ein haltbares Resultat zu erzielen. Mehr
Licht ist von den linguistischen Forschungen zu gewärtigen, welche
hinsichtlich der ungerischen Frage erst jüngstens durch R eguly’s
Reisen, die das Gesammtgebiet der finnischen Völkerschaften
umfassen, ihre natürliche und somit auch fruchtbringende
Richtung erhielten. So viel scheint nunmehr fest zu stehen,
dass das Ungrische in der Classe der ural-altai’seben,
oder wie wir sie mit Rücksicht auf die alte Geographie und
Geschichte richtiger bezeichnen könnten, der scythi sehen
Sprachen, nach dem Mandschu, dem Mongolischen, Türkisch-Tartarischen,
Samojedischen und Finnischen das sechste, südwestliche
Glied bildet; und obwohl der finnischen Familie , besonders
in deren uralischen Dialekten , näher als den übrigen
verwandt, doch mit keinem derselben im Verhältniss einer
Mutter- oder Tochtersprache stehend, in seinen Grundprincipien
das Regulativ desselben Sprachgeistes erkennt, der die ganze
Classe belebt; nichts desto weniger aber sich innerhalb dieser
Grenzen zum selbständigen, eigenkräftigen Organismus herausgebildet
hat. Ja es liegen sogar Thatsachen der vergleichenden Sprachwissenschaft
vor, welche uns die Frage abnöthigen, ob das Ungrische
nicht etwa in seiner Kindheit mit manchen der indoeuropäischen
Sprachen in gegenseitiger Berührung gestanden?
Jedenfalls bilden die ungrischen Artikeln, die Verbalvorwörter,
die Hilfszeitwörter , welche den scythischcn Sprachen meist