Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Silophilus  Oryzae  Schönherr.

483

(Tinea  granella)  für  eine  Hauptpest  des  in  Magazinen  aufbewahrten
Getreides  gilt.  Sitoph.  Oryzüe  ist  etwas  grösser  als  der  letztgenannte ­
  S.  granarius,  ungefähr  2  Linien  lang  und  y a  Linie  breit,
im  Leben  von  dunkelbrauner  Farbe  mit  vier  nicht  scharf  begrenzten
rothbraunen  Flecken  auf  den  Flügeldecken;  sein  ziemlich  feiner
Rüssel  beträgt  beiläufig  y 3  der  ganzen  Körperlänge.
Da  übrigens  das  vollkommene  Insect  in  den  systematischen
Werken  ohnehin  genau  beschrieben  ist,  namentlich  in  Schönherr’s
Genera  et  Species  Curculionidum  T.  IY,  pars  II,  pag.  981,  wo  auch
eine  vollständige  Synonymie  enthalten,  so  beschränke  ich  mich  hier
auf  die  Beschreibung  seiner  noch  unbeschriebenen  Larve  und  auf
die  Art  und  Weise  seiner  Zerstörung  der  Mais-Körner.
Der  von  dem  Insecte  angegriffene  Kolben  bietet  schon  dem
freien  Auge  die  Spuren  der  Beschädigung  dar:  die  einzelnen  Körner
sind  auf  ihrer  Oberfläche  mit  grösseren  oder  kleineren  Löchern  versehen ­
  und  die  Substanz  des  Körnchens  mehr  oder  weniger  in  einen
mehlartigen  Staub  verwandelt,  der  bei  den  erwähnten  Löchern  herausfällt. ­
  Im  Inneren  des  angegriffenen  Kornes  findet  man  bald  den
Käfer  allein,  einzeln  oder  mehrere  beisammen,  bald  Käfer  und  Larve
zugleich.  Die  Larve  oder  Made  liegt  fast  zu  einer  Kugel  zusammengezogen ­
  in  der  zu  Mehl  verwandelten  Substanz,  ihr  grösster  Durchmesser ­
  beträgt  kaum  y a  Linie;  sie  ist  durchaus  weiss  und  runzlig,
fusslos.  Ihr  Kopf  ist  von  hornartiger  Consistenz,  kastanienbraun,  mit
starken  mebrzähnigen  Kiefern  bewaffnet,  die  sie,  wenn  sie  berührt
wird,  ziemlich  schnell  bewegt.
Die  Verpuppung  findet  ebenfalls  im  Inneren  des  Körnchens  Statt,
und  zwar  ohne  alle  Hülle.  Die  Puppe  ist  ebenfalls  weiss  und  man
kann  unter  dem  Puppenhäütchen  deutlich  schon  alle  Theile  des  Käfers
entdecken.  Man  findet  das  Insect  in  allen  seinen  Entwickelungszuständen ­
  zur  nämlichen  Zeit  in  den  Maiskolben,  so  dass  die  Zerstörung ­
  ununterbrochen  vor  sich  geht  und  seine  Vermehrung  reissende
Fortschritte  macht.  Von  dem  Monat  März  bis  zum  August  hat  Herr
Heller  mehrere  Hunderte  dieses  Käfers  aus  drei  Kolben  gezogen.
Die  Eingebornen  suchen  dieser  Zerstörung  dadurch  vorzubeugen,
dass  sie  gleich  nach  der  Ernte  die  Kolben  auskörnen  und  an  einem
sicheren  Orte  verwahren.  Wenn  trotz  dem  die  Körner  angegriffen  werden, ­
  so  müssen  sie  vermahlen  werden,  wobei  das  Insect  zerstört  wird.

31  *
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.