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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Sendschreiben  an  den  k.  k.  Viee-Consul  in  Varna.

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Bei  dieser  Säule,  die  gleichfalls  aus  einem  Stücke  besteht,
6  Fuss  hoch,  Durchmesser  2  Fuss,  viereckig,  gilt  auf  den  Fundort
das  Nämliche  wie  bei  Nr.  III,  sie  scheint  ebenfalls  das  Gestelle  einer
Statue  gewesen  zu  sein.  Die  zweite  Zeile  dürfte  wohl  Marcianopolitano
zu  lesen  sein;  wesshalb  diese  Inschrift  der  Rest  eines  Monumentes
sein  könnte,  welches  Titius  Crispus,  der  Adjutant  des  kaiserlichen
Legaten,  dem  Beneliciarius  desselben,  welcher  von  Marcianopolis
(Marcianopolis  —  Stadt  der  Marciana  —  vom  Kaiser  Trajan  gegründet ­
  und  seiner  Schwester  zu  Ehren  so  genannt)  gebürtig  war,  dem
Titus  Flaviolus  Nonus  errichtet.
Ich  wünsche  sehr,  dass  Sie  bald  wieder  Gegenstände,  welche
für  die  Wissenschaften  so  wichtig  sind,  einsenden  und  dass  Sie  mit
der  Erklärung  derselben  zufrieden  sein,  und  auch  darin  eine  Befriedigung ­
  Ihrer  Kunstliehe  linden  mögen,  dass  durch  Ihre  Bemühungen
fünf  neue  Inschriften  bekannt  werden,  von  welchen  vier  Bildsäulen,
zwei  von  Kaisern,  wie  Hadrian  und  M.  Aurel,  zwei  von  Privaten  zu
tragen  die  Bestimmung  hatten;  sie  geben  liiemit  die  Fingerzeige,  dass
dieselben  etwa  noch  aufgefunden  werden  könnten.
Aus  der  Wichtigkeit  die  Tomi  im  Alterthume  hatte,  aus  den
merkwürdigen  Münzen  deren  Beschreibung  hier  mitfolgt,  werden  Sie
meine  Bitte  nicht  unbillig  finden,  so  viel  als  möglich  zu  sammeln,
was  sich  auf  den  Ruinen  von  Tomi  findet,  und  bei  dem  Mangel  aller
genauen  Kenntnisse  dieser  Gegenden  eine  gute  topographische  Beschreibung ­
  derselben  einzuschicken;  da  Sie  schon  so  rühmlich  für
die  Erweiterung  der  Wissenschaften  sorgten,  so  erlaube  ich  mir  den
Katalog  der  im  k.  k.  Münz-  und  Antiken-Cabinete  befindlichen  Münzen ­
  von  Unter-Moesien  beizuschliessen,  damit  Sie  in  den  Stand  gesetzt ­
  werden,  zu  sehen  was  vorhanden,  um  das  etwa  vorkommende
Fehlende  zu  ergänzen.  Es  folgt  daher  die  Beschreibung  sämmtlicher
antiken  Münzen  der  Städte:  Callatia,  Dionysopolis,  Istrus,  Marcianopolis, ­
  Nicopolis,  Odessus  1 ),  Tomi.

A )  Obschon  Odessus  schon  im  Junihefte  mitgetheilt  worden  ist,  so  glaube  ich
doch  die  Beschreibung  der  Münzen  wieder  aufnehmen  zu  sollen,  um  alles
beisammen  zu  haben,  was  das  k.  k.  Münz-Cabinet  von  Moesia  Inferior  besitzt. ­


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