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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Sendschreiben  an  den  k.  k.  Vice-Consul  in  Varna.

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Msrapisißö[ilsvot  d’ivallä^  txixipav  rav  fXiv  ixapa  narpl  <pi'ilcp
Ai  vip.ovrai,  rav  f}\jtco  xeudsai  ycäxg  iv  ^ualoig  Qtpanvag.
Sollten  Ihnen  ausser  den  am  Schlüsse  beschriebenen  Münzen  von
Istrus  welche  Vorkommen,  so  bitte  ich  solche  um  billige  Preise  einschicken ­
  zu  wollen.
Von  der  ersten  Ihrer  mitgetheilten  Inschriften,  von  der  Sie  sagen, ­
  dass  sie  auf  der  Südseite  von  Kostendsche  ein  Capital  von  4y 2
Fuss  Höhe,  1  y 2  Fuss  Breite  vorstelle,  ist  aus  der  beschädigten  und
unvollkommen  gemachten  Abschrift  so  viel  ersichtlich,  dass  es  ein  Familien-Monument
  war,  bestehend  aus  einem  Altar,  Inschriften,  Bildsäulen ­
  zu  Ehren  von  Leuten  errichtet,  von  denen  einer  (13  Jahre,  der  andere
23  Jahre  erreichten.  Klar  dürfte  die  Inschrift  erst  dann  werden,  wenn
eine  Durchldatschung  vorgenommen  oder  das  Monument  selbst,  wenn
es  nicht  theuer  käme,  hielier  geschafft  werden  könnte  ,  welches  der
Gegenstand  einer  eigenen  Verhandlung  werden  müsste.
Die  zweite  Inschrift  der  Ostseite  der  Halbinsel  von  Kostendsche
auf  einem  4  Fuss  hohen  Steine  glaube  ich  ist  folgendermassen
zu  lesen:
I.
D.  M.
M  .  VLPIVS  .  LONGINUS
EX.  DECVRIA?  Vlatoria?  TOMITAN
SE.  VIVO.  SIBI.  'E?  VRLE.  AQVLtUE
CoNIVG.  SVE  MEMORIM.  FECIT
IMPENDIO  SVO
Diis  Manibus
Marcus  Ulpius  Longinus
Ex  Decuria  Viatoria  Tomitanorum
Se  vivo  sibi  et  Uriae  Aquilinse
Conjugi  suae  Memoriam  fecit
Impendio  suo.
Das  D.  M.  ist  für  sich  klar.  Undeutlich  ist  die  dritte  Zeile;  ich
schlage  daher  vor  zu  lesen  ex  Decuria  Viatoria  der  Tomitaner.  Tomi
war  die  merkwürdige  Stadt,  in  der  Ovid  seine  Bücher  und  Briefe  ex
Ponto  schrieb;  die  ältesten  Sagen  verbinden  sich  mit  Tomi,  hier  soll
Medea  ihren  Bruder  in  Stücke  zerschnitten,  nach  andern  der  unglückliche ­
  Aeetes  hier  sie  begraben;  die  meisten  der  schon  hei  Istrus  aufgeführten ­
  Schriftsteller  und  Reisebücher  erwähnen  auch  der  Stadt  Tomi,
nennen  sie  gleichfalls  Colonie  der  Milesier.  In:  „Rumeli  und  Bosna,
            
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