Sendschreiben an den k. k. Vice-Consul in Varna.
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Ai vip.ovrai, rav f}\jtco xeudsai ycäxg iv ^ualoig Qtpanvag.
Sollten Ihnen ausser den am Schlüsse beschriebenen Münzen von
Istrus welche Vorkommen, so bitte ich solche um billige Preise einschicken
zu wollen.
Von der ersten Ihrer mitgetheilten Inschriften, von der Sie sagen,
dass sie auf der Südseite von Kostendsche ein Capital von 4y 2
Fuss Höhe, 1 y 2 Fuss Breite vorstelle, ist aus der beschädigten und
unvollkommen gemachten Abschrift so viel ersichtlich, dass es ein Familien-Monument
war, bestehend aus einem Altar, Inschriften, Bildsäulen
zu Ehren von Leuten errichtet, von denen einer (13 Jahre, der andere
23 Jahre erreichten. Klar dürfte die Inschrift erst dann werden, wenn
eine Durchldatschung vorgenommen oder das Monument selbst, wenn
es nicht theuer käme, hielier geschafft werden könnte , welches der
Gegenstand einer eigenen Verhandlung werden müsste.
Die zweite Inschrift der Ostseite der Halbinsel von Kostendsche
auf einem 4 Fuss hohen Steine glaube ich ist folgendermassen
zu lesen:
I.
D. M.
M . VLPIVS . LONGINUS
EX. DECVRIA? Vlatoria? TOMITAN
SE. VIVO. SIBI. 'E? VRLE. AQVLtUE
CoNIVG. SVE MEMORIM. FECIT
IMPENDIO SVO
Diis Manibus
Marcus Ulpius Longinus
Ex Decuria Viatoria Tomitanorum
Se vivo sibi et Uriae Aquilinse
Conjugi suae Memoriam fecit
Impendio suo.
Das D. M. ist für sich klar. Undeutlich ist die dritte Zeile; ich
schlage daher vor zu lesen ex Decuria Viatoria der Tomitaner. Tomi
war die merkwürdige Stadt, in der Ovid seine Bücher und Briefe ex
Ponto schrieb; die ältesten Sagen verbinden sich mit Tomi, hier soll
Medea ihren Bruder in Stücke zerschnitten, nach andern der unglückliche
Aeetes hier sie begraben; die meisten der schon hei Istrus aufgeführten
Schriftsteller und Reisebücher erwähnen auch der Stadt Tomi,
nennen sie gleichfalls Colonie der Milesier. In: „Rumeli und Bosna,