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Joseph Arneth.
ganz hieher gehört, und dessen Basreliefs auffallend mit den Gemälden
auf der Vase übereinstimmen, so glaube ich diesen Sarkophag
Das Grabmal ist ein schöner Überrest alter Kunst. Ich überreiche im
Anschlüsse eine Skizze von demselben und den beiden kleinen Sarkophagen,
die zwar nicht ganz getreu ist, da ich sie aus dem Gedächtnisse entwarf,
aber doch geeignet, um eine Idee davon zu geben. Wie dieser Entwurf zeigt,
erheben sich auf dem Grabesdeckel zwei Figuren, eine männliche und eine
weibliche in halb liegender, halb sitzender Stellung; die männliche rückwärts,
die weibliche mehr nach vorne. Die ersttere stützt sich auf den linken Ellbogen
und lässt die rechte Hand auf der linken Achsel der weiblichen ruhen.
Über die linke Schulter der männlichen Statue fällt die Toga, und in der
Hand hält sie eine Schriftenrolle. Das Frauenbild stützt sich gleichfalls auf
den linken Ellbogen, indem sie die rechte Hand auf dem halb ausgestreckten
rechten Beine ruhen lässt. Die Stellung ist ungezwungen, die Haltung behaglich.
Die Extremitäten — besonders des Weibes — sind weich gehalten,
und mit griechischem Geschmacke ausgeführt.
Die Köpfe sind voll Ausdruck, und wie es scheint nach dem Leben gehauen,
wie schon die durch Cavitäten angedeuteten Pupillen vermuthen lassen.
Die Gesichtszüge der weiblichen Figur deuten auf ein schon vorgerückteres
Alter, und eine Ähnlichkeit mit denen weiland Ihrer Majestät der Kaiserinn
Maria Theresia fällt an ihnen auf. Die Draperie bezeichnet eine leichte Bekleidung
von feinem Zeuge, sie ist mit Fleiss behandelt. Das Ganze verräth
den Meissei eines Meisters, der es mit der Idee anzuhauchen wusste, die
die Grabschrift erweckt, nämlich zwei durch ein gnädiges Schicksal vereinigte
Gatten, die auch der Tod nicht trennen sollte.
Der Grabstein mit den Statuen ist aus weissem Marmor. Man muss bedauern,
dass durch die Unvorsichtigkeit der Arbeiter das Kunstwerk starke
Verletzungen erlitt. Beide Köpfe sind von den Rümpfen getrennt, die Nase
der weiblichen Figur ist verletzt, und der untere Theil des Grabsteins mit
einem Stücke des Beines der weiblichen Figur ist abgebrochen. Die Seitenwände
des Sarkopliages sind noch in der Erde vergraben; nach dem Wenigen,
was jedoch aus ihr hervortritt, bemerkt man, dass sie mit halberhabener
Arbeit verziert sind, wie sich schon aus dem reichen Deckel vermuthen lässt.
Die kleinen Sarkophage sind einfach und mit Geschmack gearbeitet. Das
Ganze scheint eine Familien-Grabstätte gewesen, und von einem nach vorne
offenen Bogen oder einer Nische umfangen worden zu sein, wie schon aus
dem Umstande hervorgeht, dass die Hinterseiten der Statuen nicht ausgeführt,
sondern von den Schultern abwärts plan behauen sind, dann, dass man nur
an den Seiten Spuren von Mauern entdeckte. Ein Erdbeben hat dieses Grabmal
wahrscheinlich verschüttet, wie denn auch die mächtigen Pilaster des
nahen Triumphbogens einige Klafter unter der Erde stehen.
Zwischen den beiden Statuen fand man eine steinerne Tafel mit einer Inschrift,
von welcher ich im Anbuge eine getreue Copie übermache. Es ist