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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Bericht  fiber  die  Funde  von  Ruvo.

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trojanischen  Krieges  wie  die  Vorahnung  des  frühem  Todes  den  Heldenruhm ­
  des  Achilleus  von  Anfang  an  umdüstert.  Was  aber  die
gleichzeitige  Beziehung  der  Amazonen  mit  Liebe,  Hochzeit  und  Tod
betrifft,  so  ist,  abgesehen  von  den  zahlreichen  Gemälden  des  für  die
Amazonen  jederzeit  unglücklich  endenden  Kampfes,  die  Zusammendarstellung ­
  der  Entführung  der  Antiope  mit  Kroesos  auf  dem  Scheiterhaufen ­
  ,  so  wie  die  Anbringung  von  Amazonenschlachten  auf  dem
Hals  von  apulischen  und  lukanischen  Gräbervasen,  deren  Hauptfeld
Gemälde  des  Unterganges  der  Kinder  der  Niobe,  der  Unterwelt  und
des  Priamos,  welcher  von  Achilles  den  Leichnam  des  Hektor  erbittet,
einnehmen,  bemerkenswerth.  Gleiche  Scenen  nehmen  einen  grossen ­
  Theil  der  Sarkophage  ein,  wie  des  ausgezeichnetsten  derselben,
der  in  Wien  ist;  ein  vorzüglicher  befindet  sich  in  Paris  *).  Da  dieser

! )  Zuerst  machte  der  österreichische,  leider  zu  früh  dein  Dienste,  den  Wissenschäften
  entrissene  Consul  in  Salonichi,  Herr  Ste  insberg  auf  dieselben  aufmerksam ­
  5  desshalb  theile  ich  dessen  Relation  vom  21.  Juni  1837  mit:
„Am  östlichen  Tliore  der  Stadt  Saloniclij  genannt  di  Calamäria,  in  der  Nähe
des  Triumphbogens  —  von  dem  man  nicht  wei’ss,  ob  er  Alexander  oder  L.  Aemilius
Paullus  zu  Ehren  errichtet  wurde  —  steht  ein  elender  Hann.  Dem  Eigenthümer
desselben,  einem  Türken,  kam  es  zu  Sinn,  einen  gemauerten  Stall  zu  bauen.
Beim  Graben  der  Fundamente  stösst  man  auf  Reste  eines  Gewölbes,  dessen
morsches  Gestein  leicht  naöhgibt,  und  eine  Höhlung  wahrn’ehmen  lässt.  Beim
weiteren  Graben  entdeckt  mah  zwei  Bildsäulen,  und  findet  bei  Wegräumung
der  Erde,  dass  diese  in  sitzender  Stellung  auf  einem  Grabsteine  ruhen.  Da
die  Türken  wahrscheinlich  einen  Schatz  —  nach  dem  was  sie  darunter  verstehen ­
  —  zu  finden  hofften  —  und  da  alle  unter  der  Erde  gefundenen  Schätze
dem  Grossherrn  gehören,  so  eilten  sie  zu  dem  Chef  der  Polizei  —  Odabaschi
  —  um  bei  Eröffnung  des  Grabes  zu  assistiren.  Man  nimmt  diese  vor,
indem  man  den  schwören  Grdbstein  mit  den  beiden  Bildsäulen  hebt,  und  einen
Stein  unterstellt.
In  dem  Grabe  findet  man  drei  Gerippe,  oder  vielmehr  drei  Schädel,  und
die  zerfallenen  Knochen  dreier  Gerippe,  einige  Präziosen,  Ringe,  Halsketten ­
  und  einige  Kleinigkeiten,  ferner  ein  irdenes  Gefäss,  das  aber  durch  die
Unvorsichtigkeit  des  Suchers  nur  in  Scherben  ans  Tageslicht  kam,  und
unbeachtet  unter  den  Schutt  geworfen  wurde.
Bei  den  Nachgrabungen  zur  Seite  dieses  Grabes  fand  man  zwei  kleine
Sarkophage,  von  welchen  der  eine  2 1 / { j"  Länge  mit  verhältnissmässiger  Breite,
der  andere  1  Länge  bei  Breite  haben  mag.
In  dem  grösseren  entdeckte  man  einige  wenige  Knochen,  in  dem  kleineren ­
  nichts  als  eine  rötkliche  zum  Theile  mit  Steinen  untermengte  Erde.

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