Die Stadecker und ihre Erben v. Montfort bis 1596.
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meinsamen Abstammung *) Se. Majestät, ihnen diese Herrschaften als
Namens- und Stammeslehen zu verleihen. Der Kaiser nahm die seinem
Bruder ertheilte Belehnung zurück und überliess die ganze Erbschaft
den Gebrüdern von Montfort-Pfannberg unter der Verpflichtung,
des verstorbenen Grafen Ulrich Schulden zu bezahlen, sich mit dessen
beiden Töchtern 3 ) wegen der Allodien abzufinden, und auf alle
ihre etwaigen Ansprüche auf die Grafschaft Bregenz, deren
zweite Hälfte ihr Grossoheim Hugo 1523 an des Kaisers Vater verkauft
hatte, zu verzichten. Im Jahre 1376 wurden die Gebrüder mit
Tettnang, Argen etc. belehnt.
Graf Georg III. studirte mit seinem Bruder Johann 1371 zu Ingolstadt
und war daselbst Rector honorarius, dann war er 1376
Mundschenk K. Rudolfs II. und machte laut einer Geldanweisung (im
Archiv des k. k. Finanzministeriums) ddto. 23. April 1379 eine Reise
nach Spanien und Portugal, Es sollte nämlich K. Rudolf die Infantiun
Clara Isabella, die sich im Jahre 1398 mit dessen jüngerem Bruder
Albrecht VII. vermählte, heiraten. Deshalb kam der Graf als ausserordentlicher
Gesandter am 2. Juli nach Madrid und wohnte beim
kaiserlichen Gesandten, Johann Freiherrn von Khevenhüller, der ihn
auch beim K. Philipp II. einführte. Von da ging er mit grossem Gefolge
nach Portugal, um dem K. Heinrich wegen des Königs Sebastian
Niederlage (4. August 1378) und Todes zu condoliren. Im
November 1384 wurde ihm bei seiner Hochzeit mit Anna Poppelin
v. Lobkowitz ein vergoldeter Doppelbecher von 148 Thalern
und 37 Kreuzern auf des Kaisers Befehl präsentirt 3 ). Er starb kinderlos
im Jahre 1390.
*) Gleichzeitige Abschriften dieser Verhandlung verwahrt aus dem Nachlasse der
mitbetheiligten Gräfin n Katharina von Montl'ort das Archiv zu N euliaus in Böhmen.
Deren Benützung verdanke ich Sr. Excellenz dem Herrn Grafen Eugen
von Czernin, der in gewohnter Güte dieselben mir nach Wien kommen Hess.
2 ) Die ältere Tochter Magdalena, am 6. März 1552 geboren, starb am 20. April
1578 als Braut des Grafen Georg III. von Montfort-Pfannberg; die
jüngere Barbara, am 6. März 1554 geboren, ward 1591 die Gemahlin»
Antons Freiherrn v. F u g g e r - K i r c h b e r g, Kämmerers (t 1616) des
Erzherzogs Ferdinand von Tirol. Sie starb am 26. September 1599 und liegt
zu Augsburg bei St. Ulrich in Herrn Marxen Fuggers Capelle begraben. Ihr
Porträt in Lucas Kilian's Contrafehe der Herrn Fugger vnd FrawenFuggerin,
Augsburg 1620, S. 89.
°) Chmel's Handschriften der k. k. Hofbibliothek. Bd. II, 41.