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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  Stadecker  und  ihre  Erben  v.  Montfort  bis  1596.

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übernahm.  Dieser,  wahrscheinlich  schwächlich  und  schon  kränkelnd,
bat  die  Herzoge  Friedrich  den  Jüngern  und  Albrecht  VI.  von  Österreich ­
  nach  seinem  etwaigen  Ablehen  sich  der  Gerhabschaft  über
dieselben  zu  unterziehen.  Die  Herzoge  gaben  ihrem  Oheime  ‘)  ihre
Zusage  und  versprachen  in  diesem  Falle  einen  ehrsamen  Burggrafen ­
  auf  Pfannberg  zu  setzen,  der  nöthigen  Falles  mit  den  andern
der  Montfortischen  Herrschaften  die  Einkünfte  erheben,  sie  alljährlich ­
  ihnen  oder  ihren  Räthen  verrechnen  und  sich  von  ihnen  abquittiren
  lassen  soll,  ferner  sollen  die  etwaigen  Ersparnisse  angelegt
werden,  bis  einer  der  Söhne  achtzehn  Jahre  alt  geworden.  Auch
sollen  nach  ihres  lieben  Oheims  Stephan  Tode  die  Pfleger  bei  ihren
anvertrauten  Pflegen  verbleiben,  ausser  es  stürbe  einer  derselben
oder  würde  dienstunfähig,  in  welchen  Fällen  zu  der  Mündel  Nutzen
und  Frommen  ein  anderer  einzusetzen  ist.  Die  Briefe  in  der  Silberkammer ­
  auf  der  Veste  zu  Pfannberg  sollen  unverrückt  beisammen
bleiben,  und  nur  zur  Nothdurft  der  Kinder  mag  und  soll  man  die
Kammer  öffnen,  die  Briefe  herausnehmen,  sie  aber  nach  deren  Benützung ­
  gewissenhaft  wieder  daselbst  hinterlegen.  Stephans  Anordnungen ­
  zu  seinem  Seelenheile  sollen  Kraft  haben  und  gehalten  werden. ­
  Wenn  einer  der  Mündel  die  Volljährigkeit  erreicht  hat,  so
soll  demselben  das  Schloss  Pfannberg  mit  allen  andern  Schlössern,
Ämtern,  Briefschaften,  Nützen,  Renten,  Gülten  etc.  zu  Händen
eingeantwortet  werden,  und  die  Herzoge  von  der  Gerhabschaft
gänzlich  entledigt  sein.  Hierüber  stellte  Herzog  Friedrich  für  sich
und  seinen  Bruder  Albrecht  am  24.  Juli  1435  einen  Revers  aus
(Chmel,  S.  872).
Im  Jahre  1436  stiftet  Graf  Stephan  in  der  Kirche  St.  Katharina
zu  Frohnleiten  eine  tägliche  Frühmesse  a ).  Am  14.  September  1435
erhielt  Graf  Stephan  vom  vorerwähnten  Herzog  Friedrich  dem  Jüngern, ­
  dem  naehherigen  römischen  Kaiser,  das  Stadeckische
Haus  zu  Fürstenfeld  als  Pfand  und  bewilligte,  dass  die  Herzoge
den  dortigen  Thurm  am  Eck  mit  Zugehör  dem  Ulrich  Pessnitzer  als
Lehen  übergeben  3 ).
1 )  So  nennen  die  Herzoge  den  Grafen  Stephan  in  dem  diesfälligen  Revers
ddo.  24.  Juli  1435  bei  Chmel  S.  572,  wohl  von  ihrer  gemeinsamen  Abstammung ­
  von  den  Grafen  von  Pf  i  r  t.  Vgl.  oben  S.  802.
a )  Aquil.  Jul.  Caesar  Annales  Styriae.  III.  396.
3 )  hichnowsky  Bd.  V.  Regest.  I,  iSr.  3467  und  3468.
            
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