Die Stadecker und ihre Erben v. Montfort bis 1596.
827
übernahm. Dieser, wahrscheinlich schwächlich und schon kränkelnd,
bat die Herzoge Friedrich den Jüngern und Albrecht VI. von Österreich
nach seinem etwaigen Ablehen sich der Gerhabschaft über
dieselben zu unterziehen. Die Herzoge gaben ihrem Oheime ‘) ihre
Zusage und versprachen in diesem Falle einen ehrsamen Burggrafen
auf Pfannberg zu setzen, der nöthigen Falles mit den andern
der Montfortischen Herrschaften die Einkünfte erheben, sie alljährlich
ihnen oder ihren Räthen verrechnen und sich von ihnen abquittiren
lassen soll, ferner sollen die etwaigen Ersparnisse angelegt
werden, bis einer der Söhne achtzehn Jahre alt geworden. Auch
sollen nach ihres lieben Oheims Stephan Tode die Pfleger bei ihren
anvertrauten Pflegen verbleiben, ausser es stürbe einer derselben
oder würde dienstunfähig, in welchen Fällen zu der Mündel Nutzen
und Frommen ein anderer einzusetzen ist. Die Briefe in der Silberkammer
auf der Veste zu Pfannberg sollen unverrückt beisammen
bleiben, und nur zur Nothdurft der Kinder mag und soll man die
Kammer öffnen, die Briefe herausnehmen, sie aber nach deren Benützung
gewissenhaft wieder daselbst hinterlegen. Stephans Anordnungen
zu seinem Seelenheile sollen Kraft haben und gehalten werden.
Wenn einer der Mündel die Volljährigkeit erreicht hat, so
soll demselben das Schloss Pfannberg mit allen andern Schlössern,
Ämtern, Briefschaften, Nützen, Renten, Gülten etc. zu Händen
eingeantwortet werden, und die Herzoge von der Gerhabschaft
gänzlich entledigt sein. Hierüber stellte Herzog Friedrich für sich
und seinen Bruder Albrecht am 24. Juli 1435 einen Revers aus
(Chmel, S. 872).
Im Jahre 1436 stiftet Graf Stephan in der Kirche St. Katharina
zu Frohnleiten eine tägliche Frühmesse a ). Am 14. September 1435
erhielt Graf Stephan vom vorerwähnten Herzog Friedrich dem Jüngern,
dem naehherigen römischen Kaiser, das Stadeckische
Haus zu Fürstenfeld als Pfand und bewilligte, dass die Herzoge
den dortigen Thurm am Eck mit Zugehör dem Ulrich Pessnitzer als
Lehen übergeben 3 ).
1 ) So nennen die Herzoge den Grafen Stephan in dem diesfälligen Revers
ddo. 24. Juli 1435 bei Chmel S. 572, wohl von ihrer gemeinsamen Abstammung
von den Grafen von Pf i r t. Vgl. oben S. 802.
a ) Aquil. Jul. Caesar Annales Styriae. III. 396.
3 ) hichnowsky Bd. V. Regest. I, iSr. 3467 und 3468.