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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Hugo,  Graf  von  Montfort-Bregenz,  der  Minnesänger.

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tern,  war  unter  dem  schwachen  und  wortbrüchigen  Markgrafen  Jobst
unyermuthet  mit  einer  zahlreichen  Bande  in  Österreich  eingefallen,
hatte  um  20.  Mai  Nachts  die  Stadt  L  a  a  eingenommen  und  Besatzung
eingelegt.  Da  ganze  Schaaren  raubgierigen  Gesindels  ihm  nachströmten ­
  und  in  der  Umgegend  mit  Raub,  Mord  und  Brand  hausten,
erliessen  Herzog  Leopold  IV.,  der  damals  als  Vormund  des  Herzogs
Albrecht  V.  das  Land  regierte,  und  sein  Bruder  Ernst  in  der  Steiermark ­
  ein  Aufgebot  gegen  diese  Landverwüster.  Aus  letzterer  kam
auch  der  Graf  von  M  on  t  f  o  rt  *),  d.  i.  unser  kriegserfahrener  IIugo.
Den  Oberbefehl  übergab  unvorsichtiger  Weise  der  Herzog  seinem
Liebling,  dem  Bischof  Berthold 3 )  von  Freising.  Die  Angriffe  des  im
Felde  unerfahrenen  Prälaten  am  7.  August  und  1.  September  1407
missglückten,  wie  Kurz  in  seinem  Österreich  unter  K.  Albrecht  IJ.,
Wien  1835,  Bd.  I,  54  ff.  (besonders  nach  Thomas  Ebendorfer  bei
Pez.  II,  830)  ausführlich  erzählt,  aber  des  Grafen  von  Montfort  mit
keinem  Worte  gedenkt.
Wann  er  seine  Pilgerfahrt  nach  dem  heiligen  Grabe,
auf  der  er  viele  Gedichte  machte,  unternommen  habe,  ist  unbestimmt. ­
  Sollte  er  mit  Herzog  Albrecht  IV.,  den  eine  unstillbare  Sehnsucht ­
  nach  Jerusalem  trotz  aller  Gefahren  trieb,  im  J.  1398  dahin
gezogen  sein?  Vielleicht  lässt  die  Zeit  dieser  Reise  aus  seinen  Liedern ­
  sich  entnehmen.
Hugo  als  Dichter.  —  Dass  er  nicht  allein  das  Schwert  führte,
sondern  auch  ein  Freund  der  Leier  war,  bezeuget  uns  sein  mit
prächtig  gemalten  und  vergoldeten  Buchstaben  (in  späterer  Zeit?)
geschriebenes  Liederbuch,  das  54  Pergamentblätter  in  je  zwei

1 )  Berthold  von  Weh  in  gen,  aus  einem  aus  Schwaben  nach  Österreich  eingewanderten
  Gesclilechte,  war  früher  Herzogs  Albert  HI.  Kanzler,  Dompropst
zu  St.  Stephan,  dann  von  1381  —1410  Bischof  zu  Freising.  Sein  Bruder  R  e  i  rill ­
  ard  bestätigt  als  österreichischer  Landvogt  nach  Rudolfs  des  letzten  Grafen ­
  von  Montfort  -  Feldkirch  Tode  —  zu  Feldkirch  am  13.  December  1390  — 1
dem  Ammann  und  den  Wallisern  zu  Damüls  ihre  Freiheiten.  Siehe  die  Urkunde
Nr.  XLVII  im  Archiv  für  Kunde  österr.  Geschichtsquellen,  Wien  1849,  Hft.  III,
S.  138.  Beide  Brüder  ruhen  in  Klosterneuburg  bei  Wien.
2 )  Das  Chronicon  Mellicense  bei  Hieronym.  Pez  I,  251,  erzählt:  „Tandem  circa
festum  S.  Jacobi  obsessa  est  civitas  per  Dominum  Episcopum  Frisingensem,
ei  per  Dominum  C  o  mit  em  de  Muntfort  c  ampiductorem,  et  per
f/uosdam  Ministerielles,  et  milifares  et  eines  terrae.  Sed  heu!  parum  profecerunt
  ab  obsidione  recedentes  etc.
            
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