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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Bergmann.

zurückgebalten,  dass  er  seine  Ausrüstung  und  seine  Hauptleute,  die
er  vorausschicke,  sehe;  er  selbst  werde  ehemöglichst  in  eigener
Person  folgen.  Als  über  800  Lanzen  wohlbewaffneter  Deutschen  im
Anzuge  waren,  Hess  der  schlaue  Francesco  am  17.  Oetober  sein  Lager
um  Treviso  aufheben  und  Hugo  fand  bei  seinem  Anrücken  nur  rauchende ­
  Brandstätten  und  Trümmer  und  den  Feind  zu  keinem  Kampfe
geneigt.  Eine  Besatzung  yon  1900  Lanzen,  die  Unterkunft  und  Verpflegung ­
  bedurfte,  musste,  zumal  der  Feind  ihr  die  Zufuhr  abschnitt,
bald  an  Allem  die  drückendste  Noth  leiden.  Am  2.  November  machten
nach  Verci,  S.  31,  der  Graf  und  mehrere  deutsche  Hauptleute  mit
250  Wagen  unter  einer  Bedeckung  yon  800  Lanzen  einen  Zug  nach
Cittadella  und  Bassano,  raubten  Kühe,  verbrannten  Häuser  und  richteten ­
  besonders  im  Gebiete  der  letzteren  Stadt  sehr  grossen  Schaden
an.  Von  da  nahmen  sie  ihre  Richtung  unter  Castel  Romano  hin,  nach
Muss  ölen  te  und  St.  Zenone,  erbeuteten  Vieh,  beluden  die  Wagen  mit
Getreide,  Wein  und  allerlei  Hausrath;  ja  sie  füllten  überdies  noch
200  Wagen,  die  sie  in  der  Umgegend  aufgebracht  hatten,  mit  reichem
Plunder.  Auf  ihrem  Rückzüge  wurden  sie  von  der  Paduanischen  Besatzung ­
  zu  Castelfraneo  angegriffen  aber  nicht  zersprengt.  Zum  Glücke
kamen  zu  rechter  Zeit  andere  Rotten  deutscher  Söldner  zu  dem  beginnenden ­
  Handgemenge,  machten  die  Gefangenen  frei,  trieben  endlich
die  kühnen  Angreifer-in  die  Flucht  und  wären  bald  mit  ihnen  in
Castelfraneo  eingedrungen.  Unangefochten  brachten  sie  nun  die  reiche
Beute  nach  Treviso  zu  grosser  Freude  der  Ihrigen.  Von  dieser  Zeit
an  wird  von  Verci  Hugo’sName  nicht  mehr  genannt.  Sein  Waffenzug,
wie  der  ganze  Krieg  um  den  Besitz  von  Treviso,  war  kein  glücklicher.
Eben  so  traurig  ist  der  Verlauf  dieses  Krieges,  da  der  Herzog,  der
im  Sommer  1383  in  eigener  Person  wieder  dahin  gezogen  war,  die
treu  ausharrenden  Trevisaner  mit  nachhaltiger,  entscheidender  Macht
nicht  zu  unterstützen  vermochte.  Seine  Aufmerksamkeit  nach  seinen
Vorlanden  und  den  Eidgenossen,  an  deren  Himmel  sich  düstere,  Verderben ­
  drohende  Wolken  gegen  ihn  zusammenzogen,  richtend,  durfte
er  seine  sehr  geschwächten  Kräfte  nicht  ganz  erschöpfen.  Der  Herzog
verkaufte  nun,  um  des  welschen  Krieges  sich  zu  entledigen,  das  Gebiet
von  Treviso  nebst  Ceneda  und  Conegliano  leider  an  seinen  und  ihren
Feind  Francesco  Carrara  am  28.  Jänner  1384  um  118,000  Goldgulden.
Hugos  letzter  K  r  ieg  s  z  ug  in  Österreich  im  J.  1407.  —
Johann  Sokol,  ein  berüchtigter  mährischer  Anführer  von  Freibeu-
            
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