Zweite Vermählung der Grälinn Ursula von Pfirt etc.
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Stift Einsiedelnsche Propstei St. Gerold, und die dem Prämonstratenser
Kloster zu St. Luzi zu Chur gehörige, im Fürstenthume Liechtenstein
gelegene Pflegei Ben dem als schwache Entschädigung an
das Haus Nassau-Oranien, und von diesem durch Kauf ddo. Lindau
am 25. Juni 1804 (und ratificirt zu Fulda am 28. Juni) an Österreich;
darauf in Folge des Pressburger Friedens am 26. December 1805
anBaiern, und endlich ward ganz Vorarlberg ohne irgend eine
fremdherrliche Enclave durch den Pariser Frieden am 30. Mai 1814
dem Kaiser Franz 1. von Österreich wieder zuriickgegeben, mit Ausnahme
der Gerichte Hohenegg, Simmerberg, Grünenbach, Allenburg
und Keilhöf, die bei der Krone ßaiern verblieben und zusammen
das königliche Landgericht W eil er bilden.
Will man dem Gesammtlande Vorarlberg e i n Wappen geben,
so dürfte die rothe Kircheufaline mit drei goldenen Ringen im
silbernen Felde mit der Inf ul anzunehmen sein, als Wappen
der Grafen von Mo nt fort sowohl der Feldkirch er als auch der
Bregenzer Linie, denen zusammen der grössere Theil des Landes
gehörte. So führte schon Erzherzog Sigmund von Tirol auf seinen
schönen, im Münz wesenEpoche uiachendon Tha lern, die mit den Jahreszahlen
1484 und 1486 zu Hall imlnnthale geschlagen wurden, nur
die Feldkircher oder Montforter Kirchenfahne (aber ohne lnful),
obgleich er, wie ich oben andeutete, die Grafschaft Bludenz ererbt und
die Hälfte von Bregenz, wie auch Sonnenberg seihst gekauft hatte.
II.
Ursula, Grälinn von Pfirt, und ihr zweiter Gemahl Wilhelm, Graf von
Montfort-Bregenz.
Graf Ulrich von Pfirt, der Letzte seines Namens, machte
sein Testament am 9. März und starb am 10. des Jahres 1324 zu
Basel, von wo er nach Thann im Eisass gebracht und am 15. bei den
dortigen Minoriten heigesetzt wurde. ‘) Er hinterliess von seiner Gemahlinn
Johanna Grälinn von Mömpelgart zwei Töchter: a) J o h a n na,
zu Basel im Jahre 1300 geboren, die sich daselbst im Monate Mai
1 ) Antonii St ey er er Commentarii pro hist. Alberti II. Ducis Austritte. Lipsiae
1725, pag. 13 et 221. — Steyerer, am 31. August 1673 zu Br unecken
in Tirol geboren, war Beichtvater der beiden Töchter K. Joseph’s I., und starb
am Hofe der Älteren M. Josepha den 26. April 1741 zu Dresden,