Das Wappen der Stadt Bregenz und der rorarlbergisehen Herrschaften. 797
Freiherr von Berstett sagt in seiner Münzgeschichte des
Zähringen-Badenschen Fürstenhauses und der unter seinem Scepter
vereinigten Städte und Landschaften. Freiburg im Breisgau, 1846,
S. 202, Nr. 653: „Das Wappen der Stadt Freiburg ist der Babenltopf.
Das von Burgau i) ist Silber und roth, sechsfach schräg
getheilt mit einem goldenen Pfahl, und das der Grafschaft Bregenz
ist: im rotheu Schild ein silberner Pfahl, auf welchem acht
schwarze Kleestängel stehen, immer zwei und eins.“
Sollte diese irrige, mit dem Wappenbriefe von 1529 durchaus
nicht zusammenstimmende Beschreibung des Bregenzer Wappens
Paul’s Fürsten Wappenbuche. Nürnberg 1657, Thl. III, Taf. 8,
wo dasselbe eben so irrig mit den acht schwarzen Kleestängeln abgebildet
ist, entnommen sein ?
Derselbe Freiherr von Berstett sagt am angeführten Orte
weiter: „Seit 1781 —1790 von jedem Jahrgang. — Bis 1805 wurden
alle Jahre von Kaiser Leopold II. und Franz II. obige zwei
Silber- und vier Sorten Kupfergeld geprägt.“
Wenn man die Wappen der vier vo rar Iber gischen
Herrschaften, wie ich vorhin andeutete, chronologisch ordnen
will, so gebührt der Herrschaft Feldkirch a ), die am 22.Mai 1375
bedingungsweise und 1390 gänzlich an Österreich gekommen ist,
die erste Stelle; dann der Grafschaft Bl udenz im innern Walgau.
Dieser Walgau kam, als die Grafen von Werdenberg in der Mitte
des XIII. Jahrhunderts sich von den von Montfort trennten, an jene,
mit Ausnahme des Bezirkes Jagdberg, der den Montfortern zu Feldkirch
verblieb, und der Propstei Friesen oder St. Gerold, die der
fromme Einsiedler Gerold schon im Jahre 978 ans Gotteshaus Einsiedeln
vergabte. Die walgauischen Besitzungen der Werdenberger
wurden am 20. Mai 1355 zwischen den Linien Werdenberg-Heiligenberg
und We rdenb er g- S arga ns abermals getheilt,
1 ) Auf Münzen ist am klarsten das Wappen der Markgrafschaft Burgau auf den
zu Günzburg 1766 geprägten Thalern der Kaiserinn Maria Theresia ausgedrückt,
vgl. Catalogue de Monnoies en urgent du Cabinet Imperial. Viennae
1769, pag. 103, wo aber nur ein Typus der beiden Stempel abgebildet; dann
in Joachim’s neu eröffnetem Münzcabinet. Bd. III, Tab. XVII und S. 162;
Madai N. 5343, und v. Schulthess-Rechberg I, Nr. 494. Desgleichen auf den
neuesten baierischen Thalern.
2 ) Die S ladt Feldkirch führt die schwarze Kirchenfahne.