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Freiherr v. Sacken,
Eingang befand sich, wie gewöhnlich, an der Westseite, dem Altarraume
gegenüber. Als Erbauungszeit dieser Capelle dürfte nach
allen Merkmalen das 12. Jahrhundert angenommen werden; wahrscheinlich
neben ihr stand die alte Kirche. — Ein anderes hier
stehendes, interessantes Monument ist ein sehr zierliches ewiges
Licht, IS'hoch ‘). Es ist eine schlanke, acliteckte Säule, auf
welcher ein Aufsatz ruht, dessen acht offene Seitenflächen im spitzen
Kleeblattbogen bedeckt sind, über denen sich schmale geschweifte
Spitzbogen erheben; an den Ecken steigen zierliche Spitzsäulen
(Fialen) empor, zwischen denen sich die vierseitige Pyramide leicht
erhebt, an den Kanten mit Krappen (Vialen) besetzt. Eine Inschrift
an der Säule gibt den Stifter an; sie ist mit gofhischen Majuskeln
geschrieben, und lautet:
ICH . HEINRICH . D.
DRESCHER . HAN . T
AN.DAZ.PEST.DAZ
ICH . MAGT . DVRCH . G
OT.ZV.DER.CHAR.
Sowohl den entschieden germanischen Bauformen nach, als auch
aus der Inschrift zu folgern, stammt dieses zierliche Monument aus
dem Anfang des 15. Jahrhunderts.
Endlich sieht man noch im Dechanthofe eingemauert ein Hautrelief,
von der alten Kirche herrührend: Christus, stehend, den
ungläubigen Thomas sanft .umarmend, der seine Finger in Christi
Seitenwunde legt, — einfache schlichte Gestalten, gut gearbeitet,
aber etwas schwerfällig. Die reichen Falten der Gewänder sind
gezogen; der Styl lässt auf das 14. Jahrhundert als Zeit der Anfertigung
schliessen.
Das auf dem merkwürdigen, frei stehenden Hügel gelegene
Schloss mit seinen weitläufigen, doppelten Ringmauern stammt aus
verschiedenen Zeiten. Der aus Quadern gemauerte Eingang, zu dem
auch Stücke von römischen Säulen, auch römische Ziegel als Material
verwendet wurden, insbesondere aber das eigentliche, im Innern
stehende (Berg-) Schloss, die Burg, sind die ältesten Theile.
1 ) Eine ziemlich ähnliche Säule in Klosterneuburg im Hofe neben dem Stifte,
mit Darstellungen aus der Passion, gestiftet von Michael Tutz, Bürger der
Stadt nach der grossen Pest 1381,