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Freiherr v. Sacken.
hem Mittelalter angehören *); dem Hainburger Thor besonders
ähnlich ist der Thurm zu Hirschberg bei Beilngries. Viel jünger
ist des Thors oberer Theil, aus Quadern und Bruchsteinen gebaut,
flach, in der Mitte mit einem hohen, schmalen Spitzbogen, so dass
der zurücktretende Theil mit dem Eingang von oben herab vertheidigt
werden konnte. Man sieht hier noch die Balkenlöcher (wie so oft an
Bauten des spätem Mittelalters), schmale Fenster und Schiessscharten
für Feuergewehre, unten rund mit einem schmalen Einschnitte
darüber (s. die Abbildung). Merkwürdig sind die grossen, eingemauerten
Steinkugeln, angeblich von den Türken in die Stadt geschossen.
Dieser obere Theil dürfte, vielleicht gleichzeitig mit den
Stadtmauern, die noch gegenwärtig stehen, im 16. Jahrhundert gebaut
worden sein. An der Innenseite — der Stadt zugekehrt — ist
das Thor ganz flach; von einer Galerie oder langem Erker sind
noch die Kragsteine zu sehen.
Das Ungerthor am östlichen Ende der Stadt, ein mächtiger,
viereckter Thurm, scheint in seinen untern Theilen derselben Bauzeit
anzugehören, wie die untere Hälfte des Wiener-Thors ; es ist nämlich
gerade so mit Buckelquadern gebaut und hat, nicht in der Mitte,
sondern etwas mehr an der linken Seite ein breites Thor, im gedrückten
Spitzbogen bedeckt, der auf einfachen Kämpfergesimsen ruht.
Die Pfarrkirche, den Aposteln Philipp und Jakob geweiht,
ist ein moderner Bau; sie ist bereits die dritte, von Grund aus erbaute.
Die älteste, zu Ehren der h. Jungfrau Maria geweiht, kommt
schon im Jahre 1081 vor (s. oben) 3 ); die ältesten bekannten
’) Mutzl, die römischen Wartthürme, besonders in Baiern (in der Abhandlung
der k. baier. Akademie d. W. III. CI. VI. Bd. II. Abth.) Die Beweise für die
römische Abkunft dieser Thürme sind sehr schwach und stützen sich oft auf
die gekünsteltsten Erklärungen, da viele dieser Bauten entschieden romanische
Bauformen haben; durch die letzte, ganz richtige Behauptung, dass „die
römischen Strassen noch Jahrhunderte lang die Trägerinnen des Verkehrs
blieben," wird der durch ihr häufiges Vorkommen an ehemaligen Römerstrassen
hergeleitete Beweis fast ganz entkräftet. — Ganz irrig ist die
Behauptung, man habe im Mittelalter nicht mit Gussmauerwerk ganz
nach dem Vitruv’schen System gebaut. Man vergl. hierüber nur des bekannten
Architecten von Rassaulx treffliche Bemerkungen zu J. A. Klei n’s Rheinreise,
S. 440 , f. — Die Erklärung des Unterschieds zwischen antikem und
mittelalterlichem Gussmauerwerk bleibt Prof. Mutzl schuldig.
z } Auch Monum. Boicn XXIX. I. lOi.