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Freiherr y. Sacken.
geht durch den nördlichen Thurm (dem Eintretenden zur Linken);
es hat eine flache Bedeckung, innen zwei spitzbogige Kreuzgewölbe,
deren starke Rippen, bündelförmig aus den Wänden vortretend, an
den Kanten abgeschrägt sind (Taf. XI, 2). Neben dem Hauptthore
steht auf jeder Seite an den halbrunden Vorhauen in einer Höhe von
lb' eine Figur in hohem Relief, auf einer 1' hohen Console. Die links
(dem Eintretenden), T. XI, Fig. 3, ist ein gerüsteter Mann mit eng anliegenden
Beinkleidern und kurzem Rocke (indusium), darüber das
bis an die halben Schenkel reichende Panzerhemd, dessen Ringgeflecht
deutlich zu erkennen ist; es hat kurze Ärmel. Der Panzerkragen
umsehliesst auch Hals und Kopf, so dass nur der obere Theil
des Gesichts frei bleibt; auf dem Kopfe scheint der Mann einen
Helm zu haben ’); die Hände hält er über einander gelegt, wahrscheinlich
hielt er eine Fahne, von deren Stange man noch ein Stück
sieht; oberhalb neben der Figur ist auch ein Stück des Fahnentuchs
sichtbar. Die Gestalt, schreitend, mit etwas zurückgebogenem Leibe,
ist nicht ohne Bewegung und gut in der Proportion. Die Figur dieser
gegenüber (Fig. 4) ist jugendlich mit langen Haaren und
fliegendem Gewand, sich umsehend, den Kopf stark zurückgebogen.
Sie ist so beschädigt, dass man kaum eine Vermuthung über ihre
Bedeutung wagen kann; es scheint, dass sie mit beiden Händen
etwas hielt. Wen nun diese Statuen vorstellen, ist schwer zu bestimmen;
vermuthlich ist der gerüstete Mann der Gründer des
Thors, — der damals regierende Fürst; die andere vielleicht ein
jugendlicher Waffenträger mit dem Schilde? 3 ) Übrigens sind die
Figuren so mit den Mauern verbunden, dass sie nicht später eingesetzt
sein können, sondern mit dem Bau gleichzeitig sein müssen.
Dieser Theil des Thors nun gehört, nach allen Merkmalen zu
schliessen, dem frühem Mittelalter an; vielleicht ist er ein Überrest
der Befestigungsmauern Herzog Leopolds VI., — also, da die Ummauerung
Hainburgs mit der Erweiterung und Umfassung Wiens zu-*)
Es sieht aus, als hätte er blos die „Harnischkappe” oder „Turnayhaube,” —
das dicke Unterfutter, das man unter den schweren Helmen trug.
") Erstere gilt beim Volke als Attila, — mit wie wenig Grund braucht wohl nicht
erwähnt zu werden, — oder auch, da die Leute die Umhüllung des Panzerhemds
für ein Kleid als Schutz gegen die Kälte ansehen, als Winter, die
andere Figur mit dem fliegenden Gewand aber als Sommer.