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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  römische  Stadt  Carnuntum.

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Rudolf  II.,  im  Besitze  des  Schlosses,  mit  der  Herrschaft  begütert;
es  wechselten  dann  die  Besitzer.  —  Bei  der  Lage  Hamburgs  ist  es
erklärlich,  dass  die  Stadt  bei  den  verschiedenen  Einfällen  der  Türken ­
  hart  mitgenommen  wurde,  am  ärgsten  1529,  wo  die  Türken  eine
furchtbare  Verwüstung  und  Gräuel  aller  Art  anrichteten;  das  Andenken ­
  an  das  grässliche  Blutbad  im  Jahre  1683  aber  ist  noch  in
dem  Namen  eines  kleinen  Gässchens  erhalten.
Bei  den  vielen  Stürmen,  die  Hainburg  auszustehen  hatte,  ist  es
zu  verwundern,  dass  doch  so  manches  Denkmal  des  Mittelalters  noch
erhalten  ist.
Vor  allem  ziehen  die  alterthündichen  Stadtmauern  die
Aufmerksamkeit  auf  sich,  mit  fünf  Thürnien  versehen,  von  viereckter
Gestalt;  zwei  derselben  sind  über  Eck  gestellt.  Der  Bauart  nach
scheinen  diese  Ringmauern  mit  Ausnahme  einiger  besonders  fester,
aus  grossen  Steinen  erbauter  Theile  längs  der  Donau  und  an  der
Ostseite,  sowie  einzelner  Strecken  der  Substruction,  wohl  erst  nach
dem  ersten  Türkeneinfalle  im  Jahre  1529  erbaut  worden  zu  sein.
Sie  ziehen  sich  zu  beiden  Seiten  den  Schlossberg  hinauf,  und  die
ganze  Befestigung  ist  der  Art,  dass  sie  fast  ein  Dreieck  bildet,  dessen
Basis  die  Donau,  dessen  Spitze  das  Schloss  auf  dem  sonst  von  allen
Seiten  freien,  steil  abfallenden  Schlossberg  abgibt  *).
Ein  sehr  merkwürdiger,  in  jeder  Hinsicht  interessanter  Bau  ist
das  an  der  westlichen  Umfangsmauer  befindliche  Wiener-Thor
(Taf.  X).  Der  untere  Theil,  bis  zu  einer  Höhe  von  31'  ist  offenbar
viel  älter  als  der  obere,  (die  ganze  Höhe  bis  zum  Dache  beträgt  65').
Er  hat  nach  aussen  (gegen  Westen)  zwei  halbrunde,  thurmartige
Vorsprünge  (Taf.  XI,  1),  in  dem  zwischen  ihnen  liegenden  schmalen,
zurücktretenden  Theil  ist  dann  das  spitzbogige  Thor,  zur  Vertheidigung
  sehr  gut  eingerichtet,  indem  der  Angreifende  erst  zwischen
den  beiden  vorspringenden  Thürmen  durchpassiren  musste,  um  zum
Thore  selbst  zu  gelangen.  Das  Material  besteht  durchaus  aus  Quadern ­
  von  ungefähr  15"  im  Quadrat,  deren  jede  eine  bauchige  Erhöhung ­
  hat,  —  sogenannte  Buckelcpiadern,  —  in  22  regelmässigen
Reihen;  auch  der  Spitzbogen  des  Eingangs  ist  mit  keilförmigen
Buckelquadern  ausgesetzt.  Ein  kleines  Thor,  nur  für  Fussgänger,
*)  Ähnlich,  aber  noch  bestimmter  von  dieser  Anlage  ist  die  Befestigung  von
Dürren  stein.
            
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