Die römische Stadt Carnuntum.
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bogenfries hin, dessen erste Einziehung gerautet ist; darüber wieder
die zahnschnittartige Verzierung (vgl. oben; Tafel IX, 3). Drei Halbsäulen
laufen an der Wand hinauf; zwei derselben haben Blatteapitäle
mit Schnecken, die mittlere aber geht nur bis zur halben Höhe
und bricht da ab, weil hier (gleichzeitig) ein Fenster angebracht
wurde. Sie war, wie der über ihr fortlaufende Rundbogenfries
beweist, nie bis hinauf geführt.
Ausserordentlich schön ist der Eingang an der Westseite; man
steigt vier Stufen hinauf, — so viel höher liegt der Fussboden der
Capelle. Auf jeder Seite befindet sich eine freistehende Säule (s. den
Grundriss des Eingangs Taf. IX, 1) mit herrlichem Capitäl aus
Blättern, die in Schnecken umbiegen, bestehend, dazwischen diamantirte
Bänder (Taf. IX, 4, S); auch die Deckplatten sind verziert
und auf den hohen, reich gegliederten Decksimsen liegen grosse,
bienenkorbähnliche Steine, die jedoch spätem Ursprungs zu sein
scheinen,—vielleicht umgestürzte Vasen aus der Renaissance-Zeit,—
denn ursprünglich standen wohl Figuren auf den Säulen. Die dem
Eintretenden zur Rechten hat eine plumpe attische Basis, die zur
Linken einen gewundenen Schaft (Fig. 4). In den rechtwinklig abgestuften
Anschlagsmauern des Eingangs stehen auf jeder Seite drei
4' 8" hohe, überaus zierliche Säulchen auf hohen Sockeln. Sie verdienen
wohl genauer beschrieben zu werden, denn sie zeigen eine
schöne Abwechslung in ihren Verzierungen, und jede hat eine andere
Eigenthümlichkeit. Die Capitäle bestehen aus schönem, romanisch
gebildetem Blattwerk, verschlungenen Bändern und Zügen, zum Theil
diamantirt. Die erste kleine Säule zur Rechten hat ein Blättercapitäl
und einen geflechtartig verzierten Sockel mit wulstiger Eckverbindung
(Taf. IX, 6, 6 a ), die zweite ein Capitäl von Laubzügen
und diamantirten Bändern, achteckigen Schaftund Basis mit schneckenartiger
Eckverbindung (Fig. 7, 7“). Die erste Säule links hat ein
sogenanntes Pfeifencapitäl (Fig. 8) und Schnecken an den Ecken der
Basis (Fig. 8“), die zweite ein Capitäl von schweren Äkanthusblättern,
achteckigen Schaft und wulstige Eckblätter, die dritte endlich
ein Capitäl mit Schnecken und gerauteten Bändern (Fig. 9) <)• Die
*) Genau solche Säulencapitäle im Kreuzgange der Kirche zu Gernrode aus dem
Ende des Xfl. Jahrhunderts (Puttrich, Denkmäler der Baukunst ln den
Anhalt’schen Ländern, Taf. 26), — ferner an mehreren Kirchen aus dem