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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Freiherr  v.  Sacke  n.

hörnern  des  Helms  bedeuten  die  Büschchen  von  Straussenfedern  Q.
Bemerkenswerth  ist  das  Wappen  mit  dem  doppelten  Löwen  mit
Einem  gekrönten  Kopfe  (Fig.  8).
In  das  Innere  des  Thurms  führen  drei  spitzbogige  Thüren  mit
hohen  Kleeblattbogen  in  den  Bogenfeldern.  Er  hat  bloss  ein  IS'  hohes
Gewölbe,  dessen  flache,  durch  die  Kappen  nicht  durchgreifende
Kippen  in  eine  Spitze  zusammenlaufen;  über  diesem  ist  der  Thurm
ganz  hohl,  selbst  ohne  Stangen  und  Gebälke.  Durch  eine  über  diesem
Gewölbe  angebrachte  (jetzt  vermauerte)  Tlhire  steht  der  Thurm  mit
der  Kirche  in  Verbindung;  man  gelangte  durch  sie  auf  den  alten
Orgelchor.
Aus  dem  Ende  des  XIV.  oder  Anfang  des  XV.  Jahrhunderts
dürften  auch  die  Gewölbe  des  Schilfs  herrühreri,  sowie  die  zierlichen
kleinen  Spitzbogenblenden,  welche  sich  an  den  Schlussmauern  der
(älteren)  Abseiten  hinziehen.  Einer  etwas  spätem  Periode  dagegen
scheint  die  an  die  südliche  Abseite  angebaute  Capelle  anzugehören,
wie  besonders  das  Profil  der  Gewölbsrippen  (Tafel  VIII,  5)  zeigt.  Eine
viereckte  Öffnung,  durch  eine  kantige  Säule  untertheilt,  verbindet
sie  mit  dem  Schiff  der  Kirche.
Auf  dem  Friedhofe,  wenige  Schritte  von  der  Kirche  entfernt,
steht  die  dem  heil.  Leonhard  geweihte  Capelle,  ähnlich  der  zu
Petronell,  ein  Rundbau  mit  halbkreisförmiger  Apsis  gegen  Osten
(s.  den  Grundriss  Tafel  VIII,  14),  ganz  aus  Quadern  erbaut,  ziemlich
klein  aber  ungemein  zierlich.  Am  runden  Haupträume  laufen  aussen
vier  Halbsäulen  bis  zum  Dachgesimse  empor,  an  das  sie  gegenwärtig
stumpf  anstossen;  leider  fehlen  die  Capitäle  a );  die  attischen  Basen
mit  knollenartiger  Eckverbindung  sind  in  einer  Linie  mit  dem  ähnlich
gegliederten  Fussgesimse,  das  sich  ganz  herumzieht,  2'  über  dem
Boden  angebracht.  Der  Hauptraum  hat  nur  zwei  schmale,  im  Rundbogen ­
  bedeckte  Fenster,  gegen  innen  stark  eingezogen.  Unter  dem
Kranzgesimse  der  Apsis  zieht  sich  ein  schöner,  gegliederter  Rund-D

  Vgl.  Wissgrill,  Schaupl.  II,  pag.  £71.  Es  ist  bloss  das  Feld  1  und  4  des
spätem  Wappenschilds,  also  das  eigentliche  Stamm-Wappen.
a )  Ursprünglich  war  die  Capelle  wohl  höher  als  jetzt,  denn  das  Dachgesimse
ist  erst  bei  der  Restauration  aufgesetzt;  ohne  Zweifel  hatten  die  Säulen
Capitäle,  darüber  den  Rundbogenfries,  wie  man  dies  an  der  Altarvorlage
sieht.
            
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