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Freiherr v. Sacken.
Aus viel späterer Zeit ist der im reinsten germanischen
Style gebaute Chor, sowie der Thurm an der Westseite der Kirche.
Der Chor, dreiseitig aus dem Achteck geschlossen, viel höher als das
Schiff, hat sehr weit (6') vorspringende Strebepfeiler, in fünf Geschossen
organisch aufsteigend, sehr reich und geschmackvoll verziert.
Die beiden untersten Abtheilungen sind glatt, die dritte, durch
einen Wasserschlag getrennt, mit Blenden ausnehmend schön verziert
; es sind je zwei hohe, spitze Kleeblattbogen, darüber in einem
Kreise oder Viereck Masswerk, wie bei den Fenstern der germanischen
Bauwerke aus der besten Zeit. Das vierte Geschoss hat seinreich
geschmückte Baldachine, unter denen wohl Figuren standen;
das fünfte besteht in einem starken, achteckigen Spitzthurm mit
Säulchen an den Ecken: leider fehlt die Pyramiden-Bekrönung. An
zwei Strebepfeilern der Schlussmauern ist das Wappen Taf. VIII, Fig.12,
angebracht. An der Nordseite befindet sich ein breiter Anhau, wie der
Flügel eines Querschiffs mit einem besondern Giebel, die Mauer
unter demselben mit Beilien von hohen, verzierten Spitzbögen; die
Strebepfeiler sind hier ohne Baldachine, bloss mit freien Spitzthürmchen
versehen. In der Ecke zwischen diesem Anhau und dem Schiff
stehen zwei zierliche Treppenthürmchen, das eine mit einer gemauerten
Kuppel und Fialen an den Ecken. Die hohen Spitzbogenfenster
des Chors sind leider grossentheils vermauert, und es fehlt
das Masswerk in den Bogenfeldern. Ausgezeichnet schön ist aber
das Dachgesimse (das Dach seihst ist modern), mit einem fortlaufenden
Stab in der breiten Hohlkehle, um den sich zackige Blätter,
Zweige mit Trauben u. dgl. leicht und zierlich herumschlingen, —
ein Muster schöner Ornamentik.— An der Südseite befindet sich auch
ein Eingang in den Chor, im flachen Kleeblattbogen bedeckt, von
einem Wimperg eingefasst. Die einfachen Kreuzgewölbe im Innern,
deren Widerlager jene schönen Strebepfeiler bilden, haben reich gegliederte
Kippen von rein-germanischem Profil (Taf. VIII, 4); sie ruhen
auf einzelnen, mit krausem Blattwerk verzierten Consolen oder in die
Wand verlaufenden Dreiviertelsäulchen, — eine Anordnung, durch
Bauwerken aus dem Anfang des XIII. Jahrhunderts vor, z. B. am Schiff
der St. Michaelskirche in Wien, am Schiff des Doms zu Wr. Neustadt, in
den Kreuzgängen der Cisterzienser-Abteien in Lilienfeld, Heiligenkreuz und
Zwetl u, a.