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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Freiherr  v.  Sacken.

zu  Petronell  bestätigenden  Urkunde  des  Bischofs  Konrad  von  Passau
im  J.  1161  i).
1213  liessen  Alban  und  Johann  von  Dörr  die  Pfarrkirche  zu
Altenburg  erbauen,  stifteten  einen  Priester  dazu,  und  bestimmten
in  ihr  die  Familiengrabstätte 3 ).  Friedrich  v.  Dörr  begleitete  Leopold
den  Glorreichen  auf  seinem  Kreuzzuge  (1218).
1328  erscheint  Hanns  Friedrich  Dörr  von  Wildungsmauer  und
Deutsch-Altenburg  in  einem  mit  Rudolf  und  Hartnid  von  Stadegg
geschlossenen  Vertrage  3 ).
1479  sass  Wolfgang  Dörr  auf  der  Ritterbank  bei  dem  niederösterr.
  Landtage  zu  Wien,  —  ebenso  1328  Bernhard  und  Franz.  1348
Hess  Franz  Dörr  das  von  den  Türken  bei  ihrem  verwüstenden  Zuge
gegen  Wien  zerstörte  Bad  wieder  herstellen  und  zum  Gebrauche  einrichten. ­
  Später  ging  die  Familie  zum  Protestantismus  über,  und
starb  im  J.  1613  mit  Hanns  Friedrich  vonDörr  aus 4 ).  Seine  Gemaldinn
war  Elisabeth  von  Concin,  die  ihm  nur  eine  Tochter  (Anna)  gebar,
welche  dann  Johann  Ulrich  Freiherrn  v.  Concin  heirathete,  und  ihm
Altenburg  zubrachte.  Dann  wechselten  die  Besitzer:  die  Polheime
(1621  —  1674),  die  Grafen  v.  Colalto  (1693  —  1709),  endlich
die  Freih.  v.  Ludwigsdorf,  welche  es  noch  gegenwärtig  besitzen.
Die  Kirche,  auf  einer  felsigen  Anhöbe,  östlich  vom  Marktflecken ­
  sehr  malerisch  gelegen,  zieht  durch  ihr  alterthümliches,  ehrwürdiges ­
  Aussehen  und  ihre  schöne  Bauformen  schon  von  weitem  die
Aufmerksamkeit  auf  sich.  Sie  ist  offenbar  aus  zwei  verschiedenen
Perioden.  Das  Schiff  hat  Abseiten,  fast  um  ein  Drittel  schmäler
und  niedriger  als  das  Mittelschiff,  von  dem  jede  durch  fünf  starke,
viereckte  Pfeiler  getrennt  wird.  Diese  sind  durch  Rundbogen  mit  einander ­
  verbunden,  welche  die  glatten  Mauern  des  Mittelschiffs  tragen,
das  rundbogige  Fenster  über  den  Dächern  der  Abseiten  hat,  nunmehr ­
  zugemauert.  Die  Capitäler  der  auf  hoben,  wie  der  attische
Säulenfuss  gegliederten  Sockeln  (Taf.  VIII,  Fig.  3)  ruhenden  Pfeiler

J )  Wissgrill,  Schauplatz  des  nied.-österr.  Adels  II,  pag.  370.
s )  Enenkl,  Collect.  II.  Vgl.  Wissgrill  a.  a.  0.
3 )  Arch.  Stat.,  Nr.  903.
4 )  Von  dem  im  Jahre  1573  zu  Baden  verstorbenen  Hanns  D.  (seine  Frau
war  Ursula  von  Neydeck)  befindet  sich  der  Grabstein  in  der  Pfarrkirche
daselbst.
            
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