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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  römische  Sladt  Carnuntum.

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schon  ganz  a-Bgekommen  war,  besonders  da  die  Kindertaufe  in  dieser
Zeit  allgemein  war.  Die  Taufe.wurde  in  einem  steinernen  oder  ehernen ­
  Ständer  vollzogen,  der  seinen  Platz  am  Eingang  der  Kirche,  an
der  Ahendseite  erhielt.  In  keiner  unserer  Rundbauten  findet  sich  eine
Spur  eines  vorhanden  gewesenen  Teiches  oder  Taufständers  (fontis
baptismnlisj  und  die  einzige  Andeutung  der  Bestimmung  als  Baptisterium ­
  wäre  das  Relief  über  dem  Eingänge  der  Petroneller  Capelle.
Dagegen  spricht  manches  dafür,  dass  diese  räthselhaften  Bauwerke ­
  Todte  n  -Ca  pellen  waren,  zum  Gräberdienst  bestimmt,  sowohl ­
  zur  Errichtung  des  heiligen  Grabes  in  der  Charwoche,  —  einem
nachweisbar  uralten  Gebrauch,  —  wobei  die  Gestalt  der  römischen
Grabcapellen  4 )  und  der  Kirche  zu  Jerusalem  typisch  beibehalten
wurde,  als  auch  zum  gewöhnlichen  Todtendienst,  als  Friedhof-Capellen,
  deren  Gruft  als  Beinhaus  verwendet  wurde 2 ).
Unter  der  Capelle  in  Petronell  befindet  sich  gegenwärtig  die
Familiengruft  der  Grafen  von  Traun-Abensberg,  der  Besitzer  des
Schlosses  und  der  Herrschaft.
B)  Deutsch  ■  Altenburg.
Dieser  Ort,  fast  an  der  Stelle  des  alten  Römer-Castells  erbaut,
—  woher  auch  wahrscheinlich  der  Name  kommt,  —  scheint  jedenfalls
schon  im  XI.  Jahrhundert  bestanden  zu  haben.  Die  ältesten  Besitzer
sind  unbekannt;  im  J.  1045  kam  er  an  den  Markgrafen  Siegfried  von
Pleien  (?),  da  Kaiser  Heinrich  III.  diesem  den  ganzen  Landstrich  von
Fisclramend  bis  Hainburg  zu  Lehen  gab  3 ).  Im  XII.  Jahrhundert
treffen  wir  die  Ritter  von  Dörr,  eine  wahrscheinlich  aus  Franken
stammende  Familie,  als  die  Besitzer  Altenburgs;  urkundlich  ist  der
erste  Albero  de  Dörre  als  Zeuge  in  einer  die  Dotirung  der  Kirche

0  Die  Kirche  der  heii.  Constaritia  zu  Hora,  ursprünglich  als  Krabraal  der  Constantia.
  Schwester  Constantins  erbaut,  hatte  ebenfalls  eine  solche  Grundform,
im  Innern  einen  Kreis  von  12  Säulen.
a )  Die  von  Abt  Aegil  im  Jahre  822  geweihte  Itundcapelle  St.  Michael  in
Fulda  war  ebenfalls  Begräbnisscapelle.  (Boisseree,  Denkm.  am  Nieder-Rhein,
  I.  Taf.  1.)  —  Herzog  Leopold  VII.  erbaute  nach  seiner  Rückkehr  aus
dem  gelobten  Lande  eine  solche  Capelle,  nach  Muster  der  heil.  Grabkirche  in
Jerusalem,  zu  Klosterneuburg.
3 )  Hansiz,  Germania  sacra  I,  246.  Der  Markgr.  Siegfried  scheint  ein  Grat
von  Pleien  gewesen  zu  sein.
            
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