Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

762

Freiherr  v.  Sacken.

eckte  Öffnungen  hat,  das  heisst:  es  wurde  auf  derbreiten  alten
Mauer  eine  6'  hohe,  dünne  Mauer  mit  Öffnungen  gegen  das  Innere
aufgeführt,  der  Art,  dass  hinter  ihr  noch  ein  2'  4"  breiter  Umgang,
dessen  Boden  die  alte  Hauptmauer  bildet,  blieb.  Sie  ist  aus  Ziegeln;
dieser  Umstand,  die  viereckten  Öffnungen,  sowie  das  Gesimse  unter
und  über  denselben  (Taf.  VII,  9,  10),  alles  deutet  daraufhin,  dass
der  Aufbau  dieser  Gallerie  der  neuern  Zeit,  etwa  dem  vorigen  Jahrhundert ­
  angehöre;  zu  welchem  Zwecke  er  gemacht  wurde,  ist  nicht
bekannt  *);  vielleicht  wurde  die  Capelle  früher  zum  täglichen  Gottesdienst ­
  benützt,  und,  um  mehr  Platz  zu  erhalten  ,  jene  freilich  etwas
schmale  und  unbequeme  Gallerie  aufgesetzt a ).  Um  Licht  für  selbe
zu  erhalten,  wurden  nach  aussen  hin  runde  Löcher,  gerade  unter
dem  alten  Krönungsgesimse  ausgebrochen  (s.  oben).  Bass  man  vor
nicht  sehr  langer  Zeit  einige  Bedeutung  auf  die  Capelle  legte,  und
sie  häutig  benützte,  beweist  schon  die  Erweiterung  der  Fenster  und
die  ziemlich  sorgfältige  Restauration,  besonders  der  Apsis.  —  Die
Bestimmung  jenes  Ganges  in  der  Mauer,  der  übrigens  ganz  finster  ist,
dürfte  wahrscheinlich  die  gewesen  sein,  um  auf  das  Gewölbe,  in  den
Raum  zwischen  diesem  und  dem  hohen  Kegeldache  zu  gelangen.
Das  Bestehen  der  gegenwärtigen  Gallerie  ist  mit  diesen  beiden  unvereinbar, ­
  und  sie  kann  erst  nach  Einsturz  des  Gewölbes  gemacht
worden  sein.  Nach  der  ursprünglichen  Anlage  ruhte  auf  der  starken
Umfangsmauer  unmittelbar  das  rundbogige  Kreuzgewölbe;  zwei  Gurtträger ­
  desselben  sind  noch  erhalten  in  den  Consolen,  die,  gegenwärtig ­
  als  Postamente  für  moderne  Statuen  dienend,  zu  beiden  Seiten
des  Eingangs  in  den  Altarraum  eingemauert  sind,  unten  spitz  zulaufend
  mit  hohem  .  reich  gegliedertem  Decksimse  von  demselben  Profil,
wie  der  Karnies,  der  sicli  in  einer  Linie  mit  ihm  herumzog,  von
dem  noch  die  Ansätze  zu  sehen  sind  (Taf.  VII,  11).  Der  jetzige  Platz
dieser  Tragsteine,  ziemlich  tief  unten,  kann  nicht  ihr  ursprünglicher
sein,  indem  sonst  die  Gewölbgurten  auch  unter  dem  Gewölbe  an  der
senkrechten  Mauer  sehr  weit  hätten  herablaufen  müssen,  was  aber
gar  nicht  in  der  Construction  liegt,  sondern  sie  waren  sicherlich

*)  Die  Sage  lässt  liier,  wie  bei  so  vielen  alten,  von  der  gewöhnlichen  Fon»
abweichenden  Bauten,  Templer  wohnen;  und  die  Öffnungen  der  Gallerie»
sollten  Templerlogen  sein!
2 )  Etwa  während  der  Restauration  und  dem  theilweisen  Neubau  der  Pfarrkirche.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.