Die römische Stadt Carnuntum.
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welcher Gelegenheit auch, in Ermanglung von Consolen (wahrscheinlich
waren viele schon sehr schadhaft), Stücke des alten Gesimses
dazu verwendet wurden.
Das Dach, sowohl am runden Hauptraume, als an der Altarvorlage
ist modern, von Holz. — Viele der schön behauenen Quadern
zeigen Steinmetz Zeichen (Taf. VI, 8), sehr einfache Figuren,
die eher Bezeichnungen der Steine beim Bau, zum richtigen Fugen
zu sein scheinen, als Monogramme der Bauleute 1 ).
Das Innere ist ganz einfach. Ursprünglich hatte der Hauptraum
ohne Zweifel ein starkes, im Bundbogen geführtes (halbkugelförmiges)
Kreuzgewölbe, dessen breitleibige Gurte auf Consolen
ruhten “), und in gleicher Höhe mit diesen Tragsteinen zog sich ein
gegliederte? Gesimse ganz herum; so ist es dem Baustyle der Capelle
entsprechend. Das Dach aber war frei, ohne Sparrenwerk aus Quadern
gemauert, kegelförmig, fast, oder ganz eben so hoch, als der
Raum, den es bedeckte, oben mit einem starken steinernen Kreuze
versehen (s. den Längen-Durchschnitt Taf. VII, 5) s ). Das Kreuz mit
breiten, etwas lilienförmigen Enden ist noch ausserhalb der Capelle
zu sehen. Die Umfangsmauer hat die bedeutende Dicke von 7' 9";
in ihr befindet sich ein schmaler Gang, der von der Nordseite, wo
sich der Eingang im Innern der Capelle befand, in etwas weniger
als einem Halbkreise bis zur Höhe des äussern Krönungsgesimses
emporführt, theils schief aufsteigend, theils mit Stufen (s. den
Grundriss Taf. VI, Fig. 7). Der gegenwärtige Aufgang, von einer hölzernen
Empore an der Westseite aus, — ohne Benützung des untern
Fheils des Ganges (Taf. VII, 5)—ist neuern Ursprungs, der alte Eingang
ist vermauert. Auf dieser dicken Umfangsmauer nun wurde
ebenfalls in neuerer Zeit, — nachdem Gewölbe und steinernes Kegeldach
nicht mehr vorhanden waren, — eine Gallerie angebracht,
in Form eines Sechzehnecks, welche gegen die Capelle bin 16 vier-*)
Vgl. Legis, der markomannische Thurm der Veste Klingenberg in Böhmen.
*0 Wie in Scheiblingskirchen bei Wr. Neustadt, wo eine Capelle mit ganz
ähnlichen Bauformen steht, also ungefähr aus derselben Periode herrührend,
wie die zu Petronell.
3 ) Solche Dächer haben die im gleichen Style erbauten Rundcapellen zu Friedersbach
und Burg Schleinitz im Viertel ober Mannhartsberg. Auch an
denen in Hardeck und Scheiblingskirchen sind noch Spuren einer
solchen Bedachung zu erkennen.
Silzb, d. phil.-hist. CI. IX. Bd. IV. Hft.
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