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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Freiherr  v.  Sacken.

runden  Löcher  unter  dem  Krönungsgesimse  später  ausgebrochen.
Der  ziemlich  niedrige  Eingang  befindet  sieh  an  der  Westseite,  der
Altarvorlage  gegenüber;  die  Anschlagsmauern  desselben  sind  zwei
Male  rechtwinklig  abgestuft,  nach  innen  zu  einziehend;  auf  jeder
Seite  befinden  sich  vier  Halbsäulen  mit  einfach  ausladenden  Capitälen
  (Taf.  VII,  Fig.  2);  die  Deckplatten  des  einfachen  Simses  über
ihnen  sind  bei  einigen  mit  kleinen  Rundbogen  oder  Zahnschnitten
verziert;  die  Basen  von  attischer  Form  mit  breiter,  nicht  sehr  tiefer
Kehle  haben  an  den  Ecken  der  Plinthe  jene  schweren,  knollenartigen
Eckblätter,  welche  eine  Verbindung  des  runden  Polsters  mit  der
viereckten  Plinthe  vermitteln  sollen.  Die  gegenüber  stehenden  Säulen
sind  durch  starke,  rundbogige  Wulste  mit  einander  Verbunden.  Am
Thürpfosten  seihst  ist  auf  jeder  Seite  eine  Halbsäule  und  eine  Art
von  Pilaster  angebracht,  erstere  mit  einem  sogenannten  Pfeifencapitäl
  (zungenförmigen  Canneliiren),  über  demselben  eine  kleine  doppelte ­
  Würfelstellung,  letzterer  mit  einem  geflechtartig  verzierten
Kämpfer  (Taf.  VII,  3).  Im  halbkreisförmigen  Bogenfelde  über  dem
Eingang  sieht  man  die  Taufe  Christi,  in  äusserst  roher,  plumper
Arbeit  (Taf,  VII,  4),  ziemlich  beschädigt  und  dick  übertüncht.  Die
Figur  Christi  ist  besonders  unförmlich,  besser  die  des  Johannes,
welche,  wie  auch  der  Engel,  der  das  Gewand,  oder  ein  Tuch  zum
Abtrocknen  hält,  entschieden  den  romanischen  Styl  unter  byzantinischem ­
  Einflüsse  zeigt;  charakteristisch  dafür  ist  die  Stellung  der
Fiisse,  der  etwas  lange  Hals,  der  Wurf  der  in  der  Mitte  gescheitelten
Haare,  und  die  Regelmässigkeit  der  Falten  in  dem  langen  Gewände.
Es  erinnert  diese  Sculptur  eiuigermassen  an  die  am  Haupteingange
(dem  Riesenthor)  der  St.  Stephanskirche  in  Wien,  nur  ist  sie  viel
roher  und  handwerksmässiger.
An  der  Aussenseite  der  Altarnische  laufen  vom  Fusssimse
aus  vier  Dreiviertelsäulen  hinauf  mit  attischen  Basen  und  eigenthümlichen,
  ringförmigen  Capitälen,  auf  denen  verzierte  Deckplatten
ruhen  (Taf.  VII,  6).  Auch  hier  zog  sich  ohne  Zweifel  unter  dem
Dachgesimse,  von  diesen  Säulen  zum  Theil  gestützt,  ein  Rundbogenfries
  hin,  der  aber  nicht  mehr  vorhanden  ist;  die  Schenkel  der  Bogen ­
  ruhten  wahrscheinlich  auf  Consolen,  wie  Säulencapitäle  gestaltet,
wulstig  und  gegliedert  (Taf.  VII,  7,  8),  von  denen  jetzt  noch  einige
vorhanden  sind;  die  Rundbogen,  die  jetzt  auf  ihnen  aufsetzen,  so
wie  das  Krönungsgesimse  gehören  einer  neuern  Restauration  an,  hei
            
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