Oie römische Stadl Carnuntum.
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Diese Capelle dürfte der Mitte des XV. Jahrhunderts angehören;
bei aller Zierlichkeit der Ausschmückung tritt schon jenes unorganische
Element dazu (die Rippen ohne Träger etc.), welches die
spätere Zeit des germanischen Styls charakterisirt. — Ein moderner
Zubau ist die Sacristei.
Über die Erbauung der Kirche sind keine bestimmten Nachrichten
vorhanden; der Sage nach wurde sie schon von Kaiser
Constantin gegründet, was zwar keine Unmöglichkeit ist, sich aber
auch durchaus nicht nachweisen lässt. Mehr Glauben dürfte der
Überlieferung zu schenken sein, welche sie als eine Stiftung Karls
des Grossen bezeichnet, der in diesen Gegenden mehrere Pfarren
stiftete und Kfrchen erbaute. Der Bau, von dem noch Chor und
lhurm stehen, rührt vielleicht von jenem Markgrafen Theobald von
Vohburg her, der auch für die Dotirung der Kirche zu Petronell
sorgte, oder von dem damals neuen Besitzer Hugo von Chranichperg,
welcher das Lehen von Kaiser Konrad erhielt. Mit dieser Hypothese
stimmt wenigstens Charakter und Form des Baues überein.
Die höchst merkwürdige, ausserhalb des Marktes gegen Westen
zu stehende Rundcapelle ist sicherlich eines der ältesten Baudenkmale
des Mittelalters in Österreich. Es ist ein runder Bau, 29'
im Durchmesser, gegen Osten mit einer halbkreisförmigen Altarvorlage
versehen (eigentlich mehr, als einen halben Kreis bildend),
von 16' Durchmesser, ganz aus Quadern erbaut (Taf. VI, Fig. 6,
Taf. VII). An den Wänden des runden Hauptraumes laufen aussen starke
Halbsäulen hinauf, 20 an der Zahl, mit einfachen Capitälen, welche
mit schwerem, oben volutenartig umgebogenem Blattwerk verziert
sind, der antiken Form mit Schnecken-sich nähernd (Taf. VII, 1).
über diesen Säulen, unter dem Dachgesimse zieht sich ein schwerer,
gegliederter (verdoppelter) Rundbogenfries hin; die Schenkel seiner
Bogen ruhen theils auf ganz einfach abgeschrägten Tragsteinen,
unten mit einem kleinen Wulste versehen, theils setzen sie auf die
Capitäle der Halbsäulen auf, der Art, dass zwischen je zwei der
letzteren zwei Tragsteine kommen. Die Fenster, ursprünglich wohl
schmal, wie hei allen Bauwerken dieser Art, und mit einem Ilalbkreisbogen
bedeckt, wurden neuerer Zeit erweitert, ebenso sind die
Georgs- oder Temploiser Kirche bei St. Augustin in Wien; die letztere
^ or Stellung auch iin Gewölbe des Orgelchors der J o h a n n i t e r - 0 a p e 11 e.