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Freiherr v. Sacken.
erscheint der Chor mit einem rundbogigen Kreuzgewölbe bedeckt,
dessen schwere, breitleibige Gurten, — im Profil viereckig mit abgeschrägten
Kanten, — auf der Seite gegen das Schiff hin von Ecksäulen
mit ganz einfachen, ausladenden Capitälen und dreifach
gegliederten Decksimsen getragen werden (das Profil Taf. VI, 4),
in den Ecken der Schlussmauern aber auf unverzierten, starken
Consolen ruhen.
An der Westseite steht der massive, viereckte Thurm (das
Dach modern); unter dem Gesimse an demselben sieht man wieder
den schweren Rundbogenfries wie am Äussern des Chors.
Alle diese Bauformen sind charakteristische Merkmale des romanischen
Styls und zwar der entwickelten Periode desselben; wenn
wir sie mit denen an so vielen ähnlichen Monumenten Deutschlands,
deren Erbauungszeit bekannt ist, vergleichen, so werden wir finden,
dass sie der Zeit um die Mitte des XII. Jahrhunderts eigenthümlich
sind, die wir daher mit ziemlicher Bestimmtheit als die Erbauungszeit
des jetzigen Chors und des Thurms annehmen können.
Ein späterer Zubau im germanischen Style ist die an der Südseite
angebaute, mit dem Schiffe in Verbindung stehende Capelle
(Taf. VI, 1), — ein längliches Viereck, von zwei Kreuzgewölben
bedeckt, deren einfach gegliederte, grätige Rippen in den Ecken auf
Tragsteine aufsetzen, die aus fliegenden, betenden Engelsgestalten von
guter Arbeit bestehen, in der Mitte aber unmittelbar aus den Wänden
hervortreten, ohne Stütze oder Vermittlung. In den Schlusssteinen der
Gewölbe (den Kringeln) sieht man zwei merkwürdige symbolische
Darstellungen: den Pelikan, der sich die Brust aufreisst, um mit
seinem Blute die Jungen zu nähren (auf den Opfertod Christi bezüglich)
’)> und den Löwen, der die todten Jungen anbrüllt, um sie zu
beleben, — nach der Meinung, dass der Löwe nach drei Tagen
komme, um das todtgeborne Junge, bei dem die Löwinn Wache hält,
zum Leben zu erwecken, auf die Auferstehung Christi gedeutet 2 ).—
*) Vgl. Martin et Cahier, Les vitraux de Bourges, PI. I.
2 ) S. Karajan, deutsche Sprachdenkm. des XII. Jahrhunderts. S. 75 und
Abb. 4. — Durandus, Rationale divin. offic. lib. VII. — II ei der, Physiologus,
S. 15, f. — Beide Vorstellungen kommen bisweilen, jedoch selten,
in Schluss-Steinen der Gewölbe vor, so in dem aus dem XIII. Jahrhundert
herrührenden Theile der Kirche des Nonnenklosters zu Imbach (Viertel
ober Mannhartsberg) , — in der zu Anfang des XIV. Jahrhunderts erbauten