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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  römische  Stadt  Carnuntum.

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des  Grenzschlosses  Hainburg,  1464  dessen  Sohn  Hanns  als  Besitzer
des  benachbarten  Prellenkirchen;  es  ist  sonach  nicht  unwahrscheinlich ­
  ,  dass,  da  diese  Familie  in  der  Umgegend  begütert  war,  ihr
auch  Petronell  gehörte;  sie  starb  im  J.  1510  mit  Veit  von  Kranichberg ­
  aus.  Im  Jahre  1532  verkaufte  Kaiser  Ferdinand  I.  Schloss  und
Herrschaft  dem  Wolfgang  Gruber,  der  sie  wiederum  1586  an  Wolf
Unverzagt  käuflich  überliess;  bei  letzterer  Familie  blieben  sie  bis
1633;  seit  1638  sind  die  Grafen  von  Traun-Abensberg  die  Besitzer.
Die  Pfarrkirche  ist  ein  sehr  merkwürdiger  Bau,  aus  mehreren ­
  Perioden  herrührend,  leider  neuester  Zeit  im  Innern  modernisirt
(s.  den  Grundriss  Taf.  VI,  Fig.  1).  Es  ist  ein  oblonger  Raum  von  52'
Länge  und  29'  Breite,  welcher  das  Schilf  der  Kirche  bildet,  an  dessen ­
  östliches  Ende  ein  Chor  von  quadratischer  Grundform  —  17'  auf
jeder  Seite  lang  —  angebaut  ist.  Am  Schiffe  wurden  neuerer  Zeit
mannigfache  Restaurationen  vorgenommen,  wie  die  weiten  Fenster
im  modernen  Style,  das  Krönungsgesimse  und  die  Ecken  zeigen;  ja
es  scheinen  die  Umfangsmauern  grossentheils  neu  aufgeführt  worden
zu  sein  mit  Benützung  der  alten  Steine.  Am  Äussern  sind  nur  theilweise
  alte  Bauformen  zu  erkennen,  das  Innere  ist  ganz  modernisirt.
Desto  merkwürdiger  ist  aber  der  Chor,  schon  des  selten  vorkommenden ­
  flachen  Abschlusses  wegen  interessant,  da  dieser  sonst  in
der  Regel  im  Halbkreise  geführt  ist;  ausser  den  Fenstern  ist  er  noch
ganz  in  seiner  ursprünglichen  Gestalt  erhalten.  An  der  Aussenseite
zieht  sich  unter  dem  einfach  profilirten,  nach  oben  zu  ausladenden,
horizontalen  Dachsimse  ein  gegliederter  Rundbogenfries  mit  tief  herabgehenden ­
  Schenkeln  hin,  von  starken  Dreiviertelsäulen  gestützt,
welche  als  Decoration,  um  die  kahlen  Mauerflächen  zu  unterbrechen
und  zu  beleben,  angebracht  sind.  Sie  haben  einfache  Capitäle  von
der  Form  eines  unten  abgestumpften  Würfels  (so  den  Übergang  von
der  Rundung  des  Schaftes  zur  viereckten  Deckplatte  bildend),  einfach ­
  verziert  mit  wenig  erhobenem  Blattwerk,  und  mit  Ausnahme  des
einen  an  der  östlichen  Schlussmauer  (Taf.  VI,  Fig.  3)  sehr  beschädigt;
ihre  Basen  haben  die  Form  der  attischen  mit  starkem  Wulste  und
breiter,  wenig  tiefer  Kehle;  sie  sind  in  einer  Linie  mit  dem  3'  über
dem  Boden  sich  hinziehenden  Fussgesimse  (das  Profil  Taf.  VI,  2)
angebracht.  —  Jede  der  drei  freistehenden  Seiten  des  Chors  hat
zwei  solche  Säulen.  Mehrere  Steine  sind  mit  eingegrabenen,  einfachen ­
  Zeichen  (Steinmetzzeichen)  versehen  (Taf.  VI,  5).  Im  Innern
            
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