738
Freiherr v. Sacken,
von auswandernden Etruskern so benannt, sondern von einer nahe
bei der Stadt Capena befindlichen Gegend.
XXXVII. Grabstein eines Soldaten der XV. Legion.
(Fragment.)
L.BARK . . .
0 . LA.CON ....
TVS . IVATO ....
XA . ZP . DED . . .
ANN . LX . H . . .
DKAR RIV
Lucius Harbins .... (domo) Juvavo? (miles legionis)
XV. Apollinaris . . . annorum LX. hic (situs est) . .. Decurio
Karnunti (?).
Auf der rechten Seite zwei gewundene Säulen mit gemeinschaft- '
liebem Blattcapitäl, darauf ein quer laufender Streifen mit Verzierungen.
Sandstein, 2' 1" hoch, 1'9" breit. Am Schüttkasten in Petronell
eingemauert. — Unedirt.
Luc. Barbius bei Grut. MCXXXI, 3. — Vgl. Nr. LV. Die
Familie Barbia kommt überhaupt häufig vor, besonders auf einem
schönen Grabsteine im Schlosse Ennsegg in Oberösterreich.
IVAVO dürfte wohl Juvavo zu lesen sein, da cs besonders bei
spätem Inschriften sehr häufig ist, dass das V zugleich die Stelle des
U und des V vertritt (z. B. VIVS für VIVVS, AEVM für AEVVM u. dgl.)
Auch die Peutinger’sche Tafel hat IVAVO — an der Stelle des heutigen
Salzburg. Unsere Inschrift liefert dann einen neuen Beleg, dass
diese Stadt nicht Juva via, sondern J uvavum liiess. Der bei Rein es,
CI. III, Nr. 29 edirte Stein mit IVVAVIA ist wohl derselbe, wie der
bei Grut. CCLXV, 4 und H efner, röm. Denkm. Salzburgs, Nr.XIV
mit IWAV bezeiclmete, nur unvollständig und ungenau eopirt. Für
Juvavum sprechen namentlich der in Eudorf bei Salzburg gefundene
Stein, Hefner, röm. Denkm. Oberbaiern’s 1. Abth. S. 194 ff. mit
IVVAVO, — der mit.. VAVObezeiclmete,K un s tb 1. zumMorgenbl. 1824,
S. 344 und Wien. Jahrbücher Bd. LV, Anz. Bl. S. 30, -— ferner die
Peutinger’sehe Tafel, endlich mehrere, freilich spätere Documente
aus dem 6. — 9. Jahrhundert, Kleimayrn, Juvavia, Diplom. Anh.
In der letzten Zeile ist zwar nicht mit Bestimmtheit, aber doch
wahrscheinlich zu lesen: Decurio Karnunti.