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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  römische  Stadt  Carnuntum.

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Auf  der  rechten  Seitenfläche  ist  ein  Opferkrug  auf  einem  Altäre,
auf  der  linken  eine  Patera  ebenfalls  über  einem  Altäre  in  flachem  Relief ­
  sehr  mittelmässig  ausgehauen.
Sandstein,  3'  hoch,  1'  5"  breit,  1'  2"  dick.  —  Zwischen
Petronell  und  Deutsch-Altenburg  im  obern  Theile  des  Lagerwalles
gefunden,  1852.  —  Im  Besitze  des  Hrn.  A.  Widter  in  Schwechat,  —
Unedirt.  ■—
Aus  dieser  Inschrift  geht  hervor,  dass  wahrscheinlich  an  der
Stelle,  wo  der  Stein  gefunden  wurde,  eine  Capelle  des  Silvanus
stand.  Dieser  Gott,  der  Beschützer  der  Felder,  überhaupt  der  Landescultur,
  insbesondere  aber  der  Wälder,  steht  in  Zusammenhang
mit  dem  Genius  loci;  hier  scheint  er,  da  zwischen  beiden  kein  et
steht,  gewissermassen  mit  ihm  identificirt  zu  sein.  —  Man  verehrte
dreierlei  Silvane:  den  domesticus  als  Beschützer  des  liegenden,
zum  Hause,  zur  Wirthschaft  gehörigen  Grundes,  —  den  agrestis
als  besondern  Schutzgott  der  Hirten,  —  endlich  den  Silo,  orientalis
  als  Gott  der  Grenzen  und  Behüter  des  Eigenthums.  S.  Vet.
Auct.  de  Limit,  p.  294.  Sehr  lehrreich  in  Bezug  auf  den  Cultus
dieses  Gottes  ist  die  Inschrift  von  Caposele  Bullet,  dell'  inst,  di
corrisp.  arch.  1835,  153.
Pro  salute  wurden  sowohl  dem  Silvanus,  als  dem  Genius  loci
häufig  Altäre  errichtet,  Orelli  1600,  1601,  1697  etc.
Der  Name  Sitinnianus  kommt  sonst  nicht  vor;  ein  Annaius
Sicinnianus,  Spcculator,  s.  Insehr.  Nr.  III.  —  Nymphicus  bei
Murat.  MCCCXCVI,  3;  Grut.  CCCXCIII,  5.
XIV.  Altar  des  Silvanas  Domesticus.
DEO.SAN
CTO  .  SILVAN
0  DOMES
TICO  ACC.EP
TIVSVICTORINVS.
Deo  Sancto  Silvano  Domestico  Acceptius  Victorinus.
Zu  Petronell  gefunden  ;  wo  er  gegenwärtig  sich  befindet,  ist
mir  nicht  bekannt.  —  Steinbüchl  in  Hormayr’s  Archiv  1816,
S.  663.  —  Hormayr,  Wien,  I,  2.  Heft,  S.  155.
Silva  nus  mit  dem  Beinamen  sanctus  häufig.  Die  Inschriften ­
  mit  S.  Domesticus  kommen  sonst  nicht  oft  vor;  besonders  viele
            
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