Die römische Stadt Carnuntum.
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mente und Werkzeuge, Messer, Meisseiu. dgl., ferner zahlreiche
Schlüssel von Eisen. Gegenstände mannigfacher Art von schön
gefärbtem Glas, so ein Rin g von blauem, eine Kugel von gelbem, ein
gewundenes Stück eines Henkels von grünem, Perlen von
verschiedenfarbigem Glasfluss. F erner Mosaikstückchen,Nadeln
von Bein, darunter eine schön verzierte mit vergoldetem Kopfe, einund
zweihenklige Ölkrüge, eine Form zum Lampenpressen, ganz
eingeölt, gläserne Urnen, meist aus den steinernen Särgen, von ausgebauchter
Form, 2"—12" hoch.
Von geschnittenen Steinen sind mir 14 Stücke bekannt:
1) Jugendlicher Faun, Büste, mit Epheu bekränzt, um die
rechte Schulter das Pantherfell, von vorne gesehen, sehr lebendig,
obwohl etwas flüchtig, stark erhoben gearbeitet. Amethyst-Camee, 11
(Taf. V, Fig. 9.)
2) Imperator, stehend; über den in die Seite gestemmten
linken Arm fällt das Paludamentum herab; in der Rechten hält er den
Globus, auf dem sich das Kreuz erhebt. Sehr kleiner Niccolo in
antiker, einfacher Goldfassung, als Damenring. 1851 gefunden. Es
scheint die Darstellung eines der spätem, christlichen Kaiser zu sein.
Auf Münzen erscheint der Globus mit dem Kreuze zuerst unter K.Jovianus
(363 n. Chr.) statt der früher üblichen Victoria 1 ); nach Nicephorus
Callistus hatte die Statue Constantin des Grossen zu Constantinopel
bereits die goldene Kugel, seit Jul. Caesar das Symbol der
Weltherrschaft, mit dem Kreuze darüber in der Rechten. (Taf. V,
Fig. 10.) Diese beiden Steine befinden sich im k. k. Münz- und Antiken-Caliinete.
3) Minerva, stehend, ganz gerüstet, in der rechten Hand den
Speer haltend, die linke auf den Schild gestützt. Kleiner Carneol in
breiter, verzierter Fassung, die sehr schön gearbeitet ist. Im Lagerräume
gefunden 2 ).
4) Mars, stehend in voller Rüstung, aus später Zeit, roh
geschnitten. Carneol in einfacher, glatter Ringfassung. Ebenfalls
innerhalb des Lagerwalles gefunden; im Besitze des Hrn. Grafen
v. Traun in Petronell.
U S. Banduri, in num. Joviani pay. 445. — Eckhel, VIII, pag. 505 und
pag. 147, 6.
2 ) Lambeccius 1. c. pag. 1026.