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Freiherr v. Sacken.
kräftiger Arbeit, ist leider stark beschädigt, indem der Kopf, der
rechte Arm, ein Theil des linken und beide Füsse fehlen. Er ist mit
einem um die linke Schulter geworfenen Gewände, welches die rechte
Schulter und Brust unbedeckt lässt, bekleidet. Der Leih ist etwas
zurückgebogen und von derber Musculatur; im linken Arme hält er
ein Füllhorn, zu seinen Füssen sieht man die Cista mystica, halb
geöffnet, aus der sich eine Schlange herauswindet. Diese Cista, ein
Korb aus Rohr geflochten mit den verborgenen Heiligtbümern *) und
der Schlange, dem gewöhnlichen Bilde der tellurischen Kräfte, ist das
specifisehe Symbol der Mysterien und vorzugsweise demBacchus eigenthümliche
Attribut 3 ). Sie bezeichnet also den Genius als bacchischen.
Diese Figur dürfte dem Charakter der Arbeit nach aus der Zeit Caracalla’s
stammen. Aus einer frühem, bessern Epoche der Kunst scheint
eine sehr gute Marmorfigur des Mercur, 1' 9" hoch, im Schlossgarten
zu Petronell befindlich, herzurühren, dann ein Flussgott,
liegend, halbbekleidet, etwas kurz in der Proportion, 2' lang, IS"
hoch; er befindet sich im untern Saale des Schlosses. Von geringerem
Kunstwerth ist eine Ä s k u 1 a p - Büste im k. k. Cabinete (Nr. 240),
1' 2" hoch. Hr. Widter in Schwechat besitzt ein interessantes Relief
aus Carnunt, 16" breit, 12" hoch, einen Stier im vollen Laufe darstellend,
den ein mitlaufender Mann beim Horne fasst; letzterer ist mit einer
kurzen Tunica und leichter Chlainys um die Schultern bekleidet, auf
dem Kopfe eine Art phrygiscber Mütze, in der Rechten, wie es scheint,
einen Stab haltend (Taf. V, Fig. 2). Diese Vorstellung scheint mit
dem Mithrascult in Zusammenhang zu stehen, worauf schon die Kleidung
des Mannes deutet; vielleicht ist es Mithras selbst, im Begriffe,
den Stier zu bändigen und niederzuwerfen, also gleichsam in einem,
frühem Momente als bei der gewöhnlichen Darstellungsweise, wo er
dem bereits zu Boden geworfenen den Dolch in den Hals stösst. Der
Charakter der Arbeit lässt auf das dritte Jahrhundert n. Chr. schliessen;
die Bewegung ist ziemlich lebendig, aber die Formen sind plump. —
Ein kleines Postament aus weissem Mamor, auf dem man den Fuss
J ) S. Clemens von Alexandr. Protrepi. c. 2.
2 ) S. Eckhel, 1. c. IV, pag. 375. Panelius, De num. cistophoris. nie
Genii loci als Naturgeister, welche dem Boden seine erzeugende und belebende
Kraft verleihen, wurden gewöhnlich unter dem Bild einer Schlange darg'eslellf.
Vgl. Schümann, a. a, O. S. 10 f.