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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Freiherr  v.  Sacken.

bedeutend  höher  war,  als  jetzt,  weil  der  obere  Karniess  den  Abschluss
bildete.  Die  Dimensionen  sind  folgende:  Höhe  des  südlichen  Pfeilers:
40%',  des  andern:  3S';  Höhe  vom  Boden  bis  zum  Kämpfergesimse:
26%',  Breite  des  ganzen  Baues:  26',  Spannweite  des  Bogens:  18'.
Das  Materiale  besteht  theils  aus  Bruchsteinen,  theils  aus  Ziegeln,
durch  einen  sehr  festen  Mörtel,  der  mit  Kies  und  gestossenen  Backsteinen ­
  vermischt  ist,  verbunden;  die  äussere  Verkleidung  aber  ist
von  Werkstücken  (Quadern),  die  gut  behauen  und  gefugt  sind,  so,
dass  das  innere  Mauerwerk  nur  als  Füllung  erscheint  *)•  Von  den
Ziegeln  haben  mehrere  den  Stempel  der  X.  und  XIV-  Legion,  woraus
hervorgeht,  dass  es  ein  militärischer  Bau  ist.  2 )
Die  Bauart  ist  im  Ganzen  ziemlich  einfach,  und  namentlich  die
Profilirung  des  Gesimses  auf  eine  spätere  Zeit  der  Erbauung  hindeutend;
  dafür  spricht  auch  noch  ganz  besonders  der  Umstand,  dass
Altäre  als  Bausteine  verwendet  wurden.  Einer  derselben,  von  der
gewöhnlichen  Form  einer  Ara  hat  die  Inschrift:
DIANAE.  AVG
P.  AVIt.  CASSIANVS
PRAEF.  LEG.  IUI.  SCI
MVNIF
ET  AVREL.  LVCILIA
CONIVNXEIVS  ET
.  VRELIA  TERENTIA
ET  AVREL.  CASSIA
IVNIOR.  F  »)
Er  ist  mit  der  Schriftseite  abwärts  gekehrt,  die  nur  durch  das
Herausfallen  von  Steinen  unter  ihm  sichtbar  wurde.  Da  gerade  das
Kämpfergesimse  auf  ihm  ruht,  so  kann  er  wohl  keiner  spätem  Restauration ­
  angehören,  sondern  muss  schon  beim  ursprünglichen  Baue  so
eingefugt  worden  sein.  Von  einem  andern  Inschriftsteine  sieht  man

*)  Ein  charakteristisches  Merkmal  römischer  Mauern  ist,  dass  zwischen  den
Schichten  von  Bruchsteinen  hie  und  da  zwei-  bis  vierfache  Schichten  von
Backsteinen  eingebunden  sind,  wie  dies  auch  an  vielen  Stellen  des  Bogens
zu  bemerken  ist.  (S.  Taf.  III  und  IV.)
2 )  Das  grosse  M  auf  einem  Steine  unten  am  nördlichen  Pfeiler,  von  dem  Laffi*
beccius  (Annal.  Vindob.  Taf.  I,  pag.  1025)  spricht,  ist  ein  in  neuerer  Zeit
ganz  roh  eingekratzter  Buchstabe.
3 )  Es  ist  hier  von  einem  Präfecten  der  Leg  io  IV.  Scyihica  die  Rede,  die  aber
Asien  niemals  verliess.
            
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