700
Freiherr v. Sacken.
bedeutend höher war, als jetzt, weil der obere Karniess den Abschluss
bildete. Die Dimensionen sind folgende: Höhe des südlichen Pfeilers:
40%', des andern: 3S'; Höhe vom Boden bis zum Kämpfergesimse:
26%', Breite des ganzen Baues: 26', Spannweite des Bogens: 18'.
Das Materiale besteht theils aus Bruchsteinen, theils aus Ziegeln,
durch einen sehr festen Mörtel, der mit Kies und gestossenen Backsteinen
vermischt ist, verbunden; die äussere Verkleidung aber ist
von Werkstücken (Quadern), die gut behauen und gefugt sind, so,
dass das innere Mauerwerk nur als Füllung erscheint *)• Von den
Ziegeln haben mehrere den Stempel der X. und XIV- Legion, woraus
hervorgeht, dass es ein militärischer Bau ist. 2 )
Die Bauart ist im Ganzen ziemlich einfach, und namentlich die
Profilirung des Gesimses auf eine spätere Zeit der Erbauung hindeutend;
dafür spricht auch noch ganz besonders der Umstand, dass
Altäre als Bausteine verwendet wurden. Einer derselben, von der
gewöhnlichen Form einer Ara hat die Inschrift:
DIANAE. AVG
P. AVIt. CASSIANVS
PRAEF. LEG. IUI. SCI
MVNIF
ET AVREL. LVCILIA
CONIVNXEIVS ET
. VRELIA TERENTIA
ET AVREL. CASSIA
IVNIOR. F »)
Er ist mit der Schriftseite abwärts gekehrt, die nur durch das
Herausfallen von Steinen unter ihm sichtbar wurde. Da gerade das
Kämpfergesimse auf ihm ruht, so kann er wohl keiner spätem Restauration
angehören, sondern muss schon beim ursprünglichen Baue so
eingefugt worden sein. Von einem andern Inschriftsteine sieht man
*) Ein charakteristisches Merkmal römischer Mauern ist, dass zwischen den
Schichten von Bruchsteinen hie und da zwei- bis vierfache Schichten von
Backsteinen eingebunden sind, wie dies auch an vielen Stellen des Bogens
zu bemerken ist. (S. Taf. III und IV.)
2 ) Das grosse M auf einem Steine unten am nördlichen Pfeiler, von dem Laffi*
beccius (Annal. Vindob. Taf. I, pag. 1025) spricht, ist ein in neuerer Zeit
ganz roh eingekratzter Buchstabe.
3 ) Es ist hier von einem Präfecten der Leg io IV. Scyihica die Rede, die aber
Asien niemals verliess.