Die römische Stadt Carnuntum.
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schon eine grosse Anzahl ausgehoben wurde, sieht man in Petronell
häufig als Brunnsteine und Futtertröge benützt. Eine zweite Art von
Gräbern scheint, der vielen Stücke von Ziegelplatten, die man hier
findet, zufolge, bloss mit solchen ausgelegt gewesen zu sein, wie man
dies auch anderwärts (z. B. bei Bruck a. d. Leitha) findet. Viele
Inschriftsteine wurden an der Stelle des Cimeteriums gefunden;
einigermassen regelmässige Nachgrabungen würden nicht nur solche
ans Tageslicht fördern, sondern man könnte sicherlich die Art der
Anlage des Begrähnissplatzes und die Weise des Begrabens seihst
deutlich erkennen.
Südlich vom Cimeterium, 560° davon entfernt, steht ein rnächtigerBogen,
das „Heidenthor” genannt(Taf. 111),weithin sichtbar,
schon von ferne die Aufmerksamkeit des Reisenden erregend *). Er
ist das einzige römische Baudenkmal im Erzherzogthume Österreich,
das sich ohne Zubau, in seiner Reinheit aus dem Alterthume erhalten
hat. Es war ursprünglich ein auf 4 Pfeilern ruhender Bau mit zwei
Durchgängen, genau nach den Weltgegenden; der eine geht gegen
den Wall, wo die Castra standen, der andere, rechtwinklig dagegen,
nach der Civilstadt hin. Jetzt stehen nur mehr die beiden westlichen
Pfeiler aufrecht sammt dem sie verbindenden Bogen; von den beiden
verschwundenen Pfeilern wurden die Grundfesten aufgegraben, und
an den erhaltenen sind noch sehr deutlich die Ansätze der Bogen zu
sehen, welche sie mit jenen verbanden, 3 ) so, dass über die ursprüngliche
Anlage des Baues wohl kein Zweifel sein kann. Er bildete ein
Quadrat mit 4 Thoren. Die Pfeiler haben ein stark ausladendes, einfach
gegliedertes Kämpfergesims, auf dem die Bogen aufsetzen; über
letzteren zog sich ein fortlaufendes, auf kleinen Kragsteinen ruhendes
Gesimse hin,—wie dies bei den meisten Bogen der Fall war, — welches
den horizontalen Abschluss bildete. Noch weiter oben lief das eigentliche
Krönungsgesims, von starken Tragsteinen unterstützt; zwei
derselben sind noch am südlichen der beiden erhaltenen Pfeiler sichtbar.
(S. Taf. III.) Der letztere Umstand beweist, dass der Bau kaum
i ) Abgebildet in: Kollar, Analecta monument. omnis aevi Vinrlob. Taf. I,
Vag- 1016. — Ferner in sehr kleinem Massstabe und äusserst unvollkommen
auf dem Umschläge von Horm ay r’s Taschenbuch f. vaterl. Gesell. Jahrg. 1821,
und in Tschischka’s Gesch. d. Stadt Wien, S. 7.
*) S. Taf. IV.
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