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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Freiherr  v.  Sacken.

Der  Schüttkasten,  an  dem  viele  Inschriftsteine,  die  aber
grossentheils  auf  eine  sehr  vandalische  Art  zerstört  werden,  indem
sie  als  Ziel  zu  Schiessübungen  dienen,  eingemauert  sind,  ist  auf
römische  Suhstruction  erbaut  und  der  Sockel  besteht  aus  hier  ausgegrabenen ­
  Marmorplatten;  als  Baumateriale  wurden  Bruchsteine  und
Ziegel  antiker  Mauerwerke  benützt;  dies  sagt  auch  die  Inschrift
aus:  „An  der  hier  gelegenen,  uralten  grossen  Hauptstadt  Carnuntum,
„welche  die  Pannonier  erbaut,  die  Römer  im  Jahre  X  erobert,  die
„Mährer,  Schlesier  und  Polen  im  Jahre  3S7  zerstört  haben,  ist  dieser
„Schüttkasten  auf  die  von  den  Römern  gelegten  Grundmauern  mit
„ihren  zugeführten  Steinen  und  vielen,  unter  Constantius  II.  gebrannten
„Ziegeln  im  J.  1774  aufgeführt  worden.”
Durch  die  ganze  Länge  des  Schlossgartens  ist  das  Wasser
einer  Quelle  in  einem  mit  starken,  wenig  behauenen  Steinplatten  ausgelegten ­
  Gange  unter  dem  Boden  fortgeleitet.  Der  Gang  ist  bei
3'  hoch  und  mit  mächtigen  Steinplatten  bedeckt.  Die  ganze  Art  der
Ausmauerung,  der  Mörtel,  der  theils  mit  Kies,  theils  mit  kleinen  Ziegelstücken ­
  vermengt  ist,  ja  der  selbst  bei  dieser  einfachen  Construction
  sich  aussprechende  Charakter  lassen  diese  Wasserleitung
unzweifelhaft  für  eine  römische  erkennen.  Ungefähr  1000  Schritte
weit  kann  man  die  Spuren  verfolgen,  allein  zum  Anfang  gelangte  man
noch  nicht.
Am  südwestlichen  Ende  des  Marktfleckens  befindet  sich  die
ehemalige  B  e  g  r  äb  n  i  s  s  s  t  ä  tt  e  (Cimeterium)  der  Stadt  Carnunt;  es
ist  eine  mässige  Erhöhung  (gegenwärtig  ein  Weingarten),  die  wahrscheinlich ­
  schon  ausserhalb  der  Stadtmauer  gelegen  war,  wo  sehr
viele,  ziemlich  regelmässig  neben  einander  gelegte  Steinsärge  gefunden ­
  wurden.  Diese  sind  6'7"—6'10"  lang,  im  Innern  2'  breit,  1'4"—
1'8"  tief,  6—8"  dick;  am  Boden  haben  sie  auf  einer  Seite  eine  kleine
Erhöhung  der  Quere  nach,  worauf  der  Kopf  des  Verstorbenen  gelegt
wurde.  Sie  scheinen  schon  alle  einmal  geöffnet  worden  zu  sein,  wahrscheinlich ­
  bei  dem  Überfall  der  Barbaren,  denn  die  Deckel  sind  theils
ganz,  theils  bloss  an  einer  Ecke  zerschlagen,  die  Gebeine  meist  in
grosser  Unordnung;  auch  fand  man,  —  wenigstens  bei  den  in  neuerer
Zeit  ausgegrabenen  —  nirgends  Schmuckgegenstände,  wohl  aber
werthlosere  Töpfe  und  Glasgefässe  von  bauchiger  Form,  zum  Theil
noch  sehr  gut  erhalten.  Einzelne  Bruchstücke  deuten  darauf  hin,  dass
der  Deckel  oft  mit  einer  Inschrift  versehen  war.  Diese  Särge,  deren
            
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