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Freiherr v. Sacken.
Vitruv (L. II, c. 3) wurden aber erstere zu Privat- letztere zu
öffentlichen Bauten verwendet 1 ). Die meisten und schönsten Gebäude
scheinen an der Stelle des herrschaftlichen Schlosses
und seiner Nebengebäude gestanden zu sein, und es werden fortwährend
Fundamente von Häusern im Hofe heim Schlosse aufgegraben.
Leider werden diese merkwürdigen Überreste des Alterthums
nur als Steingruben, und zur Gewinnung von Schutt verwendet; bei
einiger Ordnung im Aufdecken des Gemäuers Hessen sich sicherlich
die Spuren ganzer Gebäude blosslegen, so, dass man dann ihre ganze
Einrichtung erkennen könnte; so aber werden immer nur einzelne
Theile zu Tage gefördert, die bald wieder zerstört oder verschüttet
werden. Die Masse von schönen, trefflich gebrannten Ziegeln, die
man hier täglich findet, ist ausserordentlich gross; viele derselben
haben an zwei Seiten einen 2" hohen Rand; wahrscheinlich wurden
sie mit diesen Rändern gegen einander gestellt, wodurch man
hohle Mauern erhielt, welche— besonders an den oberen Theilen der
Gebäude — den Voitheil grösserer Leichtigkeit hatten, wie auch den,
dass die dazwischen befindliche Luftschichte durch unten angebrachte
Heizrohren erwärmt, und die Räume auf diese Art geheizt werden
konnten. Die Mauern sind tlieils aus Backsteinen (testacei), tlieils
aus den sehr guten Bruchsteinen aufgeführt, welche die Berge bei
Hamburg bieten, nämlich Grauwackenkalk, Grobkalk, auch Granit.
Bei einigen nördlich (gegen die Donau) laufenden Mauern findet
man innerhalb der äussern dicken Mauer, ungefähr 8" davon entfernt
eine zweite dünnere, zwischen beiden eine schmale steinerne Rinne;
es ist dies die Art, die Vitruv (L. VII, c. 4) angibt, um feuchte
Gebäude trocken zu machen, und die sich sicher als sehr zweckmässig
bewährte. Der Mauerputz ist sowohl an der Aussenseite, als
innen in den Gemächern sehr dick und besteht aus mehreren Lagen
von Kalk und immer feinerem Sande; die oberste Schichte ist so
fein, dass sie polirt werden konnte, was auch überall vorkommt.
Die Wände waren oft schön bemalt mit grellen Farben, Streifen,
Blumen und Thieren; es wurde noch manches ziemlich erhaltene
Stück davon aufgefunden. Mehrere Räume hatten schwebende Fussböden,
auf Ziegelpfeilerchen ruhend, die in der Regel auf einer Art
*) Vgl. über die Ziegel: Guil. Philandrus in den Noten zu obiger Stelle
Yitruv’s und: Ja uniann, Colon. Surnlocene, pag. 166.