Die römische Stadt Carnuntum.
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verlötket wurden, gemacht, so, dass sie der Länge nach einen starken
Grat haben. Die Tiefe des Badebehältnisses ist gerade so, dass, wenn
es voll war, das Wasser einem mässig grossen Manne bis zur Mitte
der Brust reichte. *)
So weit wurde dieses Bad aufgegraben; weitere Nachforschungen
hätten vielleicht noch Nebenräume auffinden lassen, das Praefurnium
u. dgl. Freilich dürfen wir hei Thermen aus der spätem Zeit und in
Provinzialstädten, wo kein so grosser Luxus herrschte, nicht alle jene
Nebengemächer und Räume, die zur raffinirteren Bequemlichkeit
dienten, und bei einer grossen Anzahl von Besuchern erforderlich
waren, aufsuchen, wie wir sie bei den grossen Badeanstalten der Hauptstadt
oder der reichen italienischen Städte (von denen Gell, Pompejana
I. p. 9S 1F. eine ausführliche Beschreibung gibt) antreffen,
sondern es waren hier nur die wesentlichen Haupttheile vorhanden,
und mancher Raum musste zu mehreren Verrichtungen dienen, wo in
den grossen Bädern besondere Gemächer bestimmt waren: das Fri—
gidarium, überhaupt ein Vorzimmer für die Badenden, das Tepidarium,
zugleich als Ort zum Salben (Unctorium, Elaeotlierium) mit
seinem kleinern Becken zum Waschen, das Caldarium oder Dampfbad,
endlich das eigentliche warme Vollbad — dies sind die wesentlichen
Bestandtheile, die wir auch hier wiederfinden.
Übrigens entspricht diese Einrichtung vollkommen der Beschreibung,
die Celsus I. 3 et 4 gibt, welche die ganze Diätetik des
Bades enthält. Auch in andern nördlichen Ländern aufgefundene
römische Bäder zeigen eine ganz ähnliche Anordnung, namentlich das
in der Jagdvilla zu Fliessem bei Trier; a ) es hat dieselben Haupttheile,
die Heizmethode, so wie die Einrichtung, dass der Fussboden
des Caldariums beständig benetzt wurde; auch das Vollbad hat genau
dieselbe Grösse. Ein anderes, ähnliches Bad, ebenfalls mit einem
seichten halbrunden Becken, dem Hauptbehältniss, welches den
üblichen Sitz am Bodeu hatte, gegenüber wurde bei Hartlip in der
*J Diese Einrichtung ist von der der pompejaniseheu Bäder verschieden, wo die
Badewanne nicht tiefer als &(% ist, wo also die Leute auf dem Boden sitzen
mussten, um gehörig im Wasser zu sein, die Seitenwand war auch darum wie
eine Stuhllehne, schräg gebaut, und eine Stufe theilte die ganze liefe des
Behälters.
~) Beschrieben von Schmidt, Baudenkmale der röin. Periode und des Mittelalters
in Trier und seiner Umgebung. Rom. Baudenkm. Hell II. S. 13, 11.