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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Freiherr  v.  Sacken.

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grosse  Platten  von  weissem  Marmor  mit  Gesimsen,  endlich  Stücke
von  schön  profilirten  Kranzgesimsen,  Sockel  aus  Marmor  n.  dgl.
Überhaupt  ist  dieser  Raum  (gegenwärtig  lauter  Felder)  eine  ausserordentlich ­
  ergiebige  Fundgrube  römischer  Alterthümer  aller  Art;
man  stösst  überall  auf  Mauermerk,  denn  es  standen  hier  die  Gebäude
sehr  dicht  an  einander.  Als  ich  am  5.  October  1848  die  Trümmer
Carnuntums  besuchte,  liess  Hr.  A.  Widter  aus  Schwechat,  der  schon
einige  kleine  Nachgrabungen  veranstaltete,  aufGerathewohl  innerhalb
des  Lagerwalls  in  den  Boden  graben;  man  stiess  auf  einen  von  Mauern
umgebenen  quadratischen  Raum  mit  kleinen  Vorsprüngen  oder  Pfeilern
an  den  Ecken.  (Taf.  II,  f.  2.)  In  der  Mitte  lag  ein  grosser,  viereckiger,
dicker  Stein  mit  einer  mässig  tiefen,  runden  Aushöhlung,  die  nach  drei
Seiten  Abzugsrinnen  hat;  letztere  entsprechen  den  Rinnen  von  langen,
schmalen  Steinen,  die  nach  zwei  Seiten  hin,  rechtwinklig  gegen
einander  gelegt,  wahrscheinlich  die  Bestimmung  hatten,  das  überflüssige, ­
  in  der  Aushöhlung  angesammelte  Wasser  abzuleiten.  Mit
Sicherheit  lässt  sich  wohl  schwer  der  Zweck  dieser  ganzen  Anlage
bestimmen;  vielleicht  war  der  Raum  das  im  Cavaedium  eines  Hauses
befindliche  Impluvium,  und  der  ausgehöhlte  Stein  (cisterna)  mit
seinen  Abzugsrinnen  zum  Auflangen  des  Regenwassers  bestimmt.
Leider  verhinderten  die  damaligen  Zeitverhältnisse  die  weitere  Nachgrabung, ­
  die  höchst  wahrscheinlich  die  Grundmauern  eines  ganzen
Hauses  blosszulegen  Gelegenheit  gegeben  hätte.
Die  hier  gefundenen  Ziegel,  meist  von  bedeutender  Grösse,  und
von  quadratischer  Form  haben  häufig  Stempel,  aber  immer  von
Legionen,  welcher  Umstand  schon  beweist,  dass  hier  militärische
Gebäude  standen.  Bei  weitem  die  meisten  sind  von  der  XIV.  Doppellegion ­
  mit  dem  Beinamen  Martia  Victrix,  bezeichnet:
LEG  XIIII  (oder  XIV)  G  —  LEG  XIIII  GMV,  —  LEG  W  XIIII
ferner  von  der  XV.  Legion,  der  apollinarischen:
LEG  XVA,  -  LEG  XVAP,
von  der  X.  Doppellegion  :
LEG  X  G,
von  der  XIII.  Gernina,  seit  Caracalla  mit  dem  Beinamen  Antoniniana') :
LEG  XIII  GA,

1 )  Von  dieser  Legion  hat  das  k.  k.  Münz-  und  Antiken-Cabinet  in  neuester  Zeit
zwei  Typare  zum  Stempeln  der  Ziegel  aus  der  Jankovicb'schen  Sammlung  in
            
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