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Freiherr v. Sacken.
welche in drei Richtungen das heutige Petronell und Deutsch-Altenburg
als die Stelle bezeichnen, wo Carnunt stand, kein Zweifel, dass die
vielen Reste von Gebäuden, die grosse Menge von Mauerwerk unter
der Oberfläche des Bodens und die bedeutende Anzahl der hier aufgefundenen
römischen Monumente wirklich als die Überreste der
Stadt Carnuntum zu betrachten sind.
Diese sowohl, als die römischen Schriftsteller bezeugen die
militärische Wichtigkeit der Stadt und wie bedeutend sie war durch
Lage und Grösse. Es trafen hier, wie aus der Angabe der Routen im
antoninischen Rinerar (s. oben) und aus der Tabula Peutingeriana
hervorgeht, zwei Strassenzüge zusammen, nämlich der grosse, westöstliche,
der sich längs der Donau hinzog, und die südliche von
Aquileja über Aemona, Celleja und Petovium hieher führende Strasse,
die hier endigte. Letztere ist die Hauptstrasse von Italien an die
obere Donau, daher auch Carnunt bei den meisten Zügen und Märschen,
sowohl zur Besetzung der zwischen hier und Lauriacum
gelegenen Orte, als bei Unternehmungen gegen die Feinde jenseits
der Donau berührt werden musste. Auch war hier der Hauptübergang
über die Donau. Ptolemaeus gibt hier das Standquartier der
XIV. und X. Legion an (L. II. c. IS); erstere war bis in die letzte
Zeit daselbst stationirt, letztere nur zeitweilig *)• Auch andere Legionen
müssen temporär hier gelegen sein, wie die Inschrift Nr. III
*) Nämlich die Legio decima gemina, zu unterscheiden von der decima
fr et ensis, die nach Jos. Flavius (bell. jud. V, 2, 3, 4 etc.) beider
Eroberung Jerusalems war, und auch späterhin zu verschiedenen Zeiten in
Palästina stationirt getroffen wird. Die X. Gemina, unter August und den
nächsten Kaisern in Spanien, kam i. J. 71 nach Germanien; unter M. Aurel
lag sie schon in Öber-Pannonien; vielleicht hatten die dacischen Kriege unter
Trajan diese Veränderung herbeigeführt. Das antoninische Itinerar gibt sie m
Vindobona an.
Die Legio XIV., unter Augustus in Ober-Germanien stationirt (Tac. Ann. I,
38, 70) wurde unter Claudius nach Britannien geführt, wo sie sich sehr auszeichnete
; unter Nero zu einem Zuge gegen die Albaner verwendet, wo sie
sich wahrscheinlich den Beinamen Martia Vicirix erwarb, kam sie später
nach Mainz, wo sich zahlreiche Inschriften von ihr finden (bei Lehne in
den Jahrb. des Ver. v. Alterthumsfr. im Rheinl., in d. Zeitschr. z. Erforsch,
d. rhein. Alt. in Mainz etc.). Bald aber kam sie nach Carnunt, vielleicht auch
unter Trajan (vgl. Dio Cass. LV, 23, Ptolem. II, 15), wo wir sie noch
zur Zeit der Abfassung der Notitia dignit atum treffen (s. oben).