Die römische Stadt Carnuntum.
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und das jus Italicum— ausschliesslich der Colonie zukam; auch
konnten die Einwohner mit grösserer Freiheit ihre eigenen Sitten
annehmen. Nach dem 3. Jahrhundert verschwand der Unterschied
zwischen Colonie und Municipium immer mehr und öfter findet sich
ein Ausdruck für den andern gebraucht.
Kehren wir nach dieser Abschweifung wieder zur Geschichte
unserer Stadt zurück.
Nachdem Mare Aurel seine Legionen hinlänglich verstärkt
hatte, führte er das Heer auf Schiffbrücken über die Donau, und
drang im Lande der Quaden vor die ersten Gefechte waren siegreich,
jedoch setzte der Wassermangel bei der grossen Hitze den
Soldaten arg zu, und fast wäre das vom Feinde schon eingeschlossene
Heer dadurch aufgerieben worden, hätten ihm nicht häufige
Regengüsse Erquickung und Labung geboten, wodurch es gestärkt
wurde, dem durch die Furchtbarkeit des Elementar-Ereignisses erschreckten
Feinde, der sich zur Flucht wandte, nachzusetzen, und
so einen glänzenden Sieg zu erringen 3 ). Siegreich führte der Kaiser
seine Sehaaren über die Donau zurück.
Marc Aurels unwürdiger Nachfolger Commodus schloss einen
für Rom keineswegs vortheilhaften Frieden mit den Barbaren, nur um
desto ungestörter seinen zügellosen Leidenschaften nachhängen zu
können; er fiel, allgemein wegen seines Ühermuthes und seiner
Verschwendung verhasst, durch seine eigene Umgebung und die
Unzufriedenheit der Prätorianer (wie Aelius Lampridius Ant. 17
erzählt). Nicht lange konnte sich der durch die Mörder des Commodus
*) Die wichtigsten Momente dieses Feldzugs sind höchst lebendig und wahrhaft
dramatisch auf der Columna Antoniniana (in Kupfer gestochen von P. S.
Bartoli) dargestellt. So der Auszug aus Carnunt und alle weiteren Momente
des Kriegs.
a ) P. örosius (L. VII. c. 15) betrachtet dieses Ereigniss als ein Wunder,
welches auf die Anrufung des Namens Christi durch einige milesische,
christliche Soldaten, die sich im Heere des Kaisers befanden, geschah.
(S. Xiphilinus in Antonio philos.) Vgl. auch Eusebius, Hist. eccl. L. V,
c. 5 und Tertulliani Apologet c.V). —Trefflich,höchst sinnig und poefisch
ist es auf der Columna Antoniniana dargestellt (Bellori, 15), wo der triefende
Jupiter Pluvius eine Hand mild gegen die Römer, welche seine Gaben begierig
auffangen, ausstreckt, furchtbar und verderblich die andere gegen die Barbaren.