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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  römische  Stadt  Carnuntum.  (j?  1
über  Vorsehung,  Pflichterfüllung,  menschliche  Schwäche  und  Vergänglichkeit ­
  *).
Wahrscheinlich  in  diese  Zeit  fällt  auch  die  Umwandlung  des
Municipiums  Carnuntum  in  eine  Colo  nie.  —  Auf  zwei  Inschriftsteinen ­
  wird  Carnunt  Colonie  genannt,  nämlich  dem  von  Decurio  C.
Jul.  Magnus  dem  P.  Claud.  Repentinus  errichteten  Denksteine  (Inschr.
Nr.  II.);  und  einem  sehr  schönen,  zu  Stix-Neusiedl  gefundenen
Mithras-Monumente  3 ),  welches  unter  der  gewöhnlichen  Vorstellung
des  Mithras,  der  dem  Stier  den  Dolch  in  den  Nacken  stösst,  zu
beiden  Seiten  die  Genien  des  Auf-  und  Unterganges,  folgende  Inschrift ­
  zeigt:
D.  IN.  M.  S.  PRO.  S.  AVG.  N.  N.  L.  SEP.
VALERIUS.  ET.  VALERIANVS.  SEX.  COL.  E.
V.  S.  L.  M.
d.  i.  Deo  Invicto  Milhrae  Soli  pro  salute  Auyustorum  nostrorum
Lucius  Septimius  Valerius  et  Valerianus,  Sexviri  coloniae  Iiarnunti
  Vota,  soloerunt  lubentes  merito.  Es  kommen  also  hier  A  u  g  u  s  t  i
vor.  Die  ersten,  welche  diesen  Titel  führten,  waren  M.  Aurel  und
L.  Verus  vom  J.  1G9  an,  dann  derselbe  Kaiser  mit  seinem  Sohne
Commodus,  in  späterer  Zeit  wurde  er  ganz  allgemein  für  die  Kaiser
und  die  meistens  angenommenen  Mitregenten.  Die  Abkürzung  AUGG
(bisweilen  auch,  wie  in  obiger  Inschrift  mit  Weglassung  des  zweiten ­
  G)  kommt,  wenigstens  auf  Münzen  erst  von  Sept.  Severus  an
[ )  Dan  erste  Buch  verfasste  er  im  Quadenlaade  an  der  Gran  (rä  iv  Kovidoig
Tcpog  zü)  Tpavoua).  Die  übrigen  Bücher  sind  nicht  bezeichnet.
2 )  Jm  Jahre  1816  wurden  hier  die  Grundmauern  eines  kleinen  Tempels  aufgegraben ­
  und  innerhalb  derselben  obiges  Denkmal  des  Gottes  Mithras  gefunden,
dabei  noch  zwei  Cippi  und  ein  Tnschriftstein.  Die  Inschrift  des  grösseren
Cippus:
INVIC.DEO.S...
PRO.  S.  IMP.  L.  SEP
VALERIVS  .  ET.  VA
LERIANVS  .TEMP
VETVST.CONL
INP.SVO.REST
zeigt,  dass  die  auf  dem  Relief  genannten  Sexviri  der  Colonie  Carnunt  nicht
nur  das  Bild  des  Gottes  machen,  sondern  auch  den  durch  das  Alter  schon
verfallenen  Tempel  auf  eigene  Kosten  wieder  hersteilen  Hessen.  Die  Imperatoren ­
  sind  vielleicht  Sept.  Severus  und  sein  Sohn  Caracalla.  —  (S.  Steinbüchl
  in  Hormayr’s  Archiv,  Jahrg.  1816,  S.  659,  f.)
            
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